Wer Netz-Verträge nicht kennt, sich leicht im Netz verfängt.

P R E S S E S C H A U

Stuttgarter Zeitung 18.11.2000

Heftige Vorwürfe gegen Ärztenetz

Drei Ärzteverbände haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordwürttemberg (KV) in einer Erklärung heftig angegriffen: Sie werfen dem Vorstand Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen zur Vertreterversammlung vor.

Der Vorsitzende der KV, Werner Baumgärtner, habe seine Amtsautorität dazu benutzt, bei der jüngsten Wahl zur Vertreterversammlung der KV für die Kandidaten des privatrechtlichen Ärztenetzes Medi zu werben, an dem Baumgärtner maßgeblich mitwirkt - so lautet die Hauptkritik des Hausarztverbundes Baden-Württemberg, des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Baden-Württemberg und des Verbundes Freie Praxen. Eine "rechtliche Prüfung erscheint unumgänglich'', sagte Bernd Bornscheuer vom Verband der niedergelassenen Ärzte gestern.

So habe die KV als Mitglied bei Medi in vielfachen Rundschreiben dazu aufgerufen, Kandidaten der Medi-Liste zu wählen. Weiter sei dem Medi-Verbund während der drei Wochen dauernden Briefwahl Gelegenheit gegeben worden, den Stand der Wahlbeteiligung zu erfahren. Mit diesen Daten sei dann wiederum Wahlwerbung betrieben worden.

Werner Baumgärtner hat gestern die Vorwürfe als absurd zurückgewiesen: Hier handele es sich um Attacken von "schlechten Verlierern'', die selbst nicht in die Vertreterversammlung gewählt worden sei. Er betonte, dass offiziell kein Einspruch gegen die Wahl vorliege.

Hintergrund für diese Erklärung ist die umstrittene Mitgliedschaft der KV im Medi-Verbund, dem rund 2900 Ärzte angehören. Das Sozialgericht Stuttgart hatte am Mittwoch vorläufig entschieden, dass die KV nicht Gesellschafterin in Medi sein könne. fal


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Wiedergabe auf medi-report.de mit freundlicher Genehmigung durch Thomas Barth, Redaktionsleitung Online, Stuttgarter Zeitung online.