Rote Karte für Baumgärtners Medi-Verbund

P R E S S E S C H A U

Stuttgarter Zeitung 02.12.1999

Arzneimittelbudget fast ausgeschöpft

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) will alles unternehmen, um drohende Überschreitungen beim Budget für Heilmittel und Medikamente abzuwenden. Dies erklärte der KV-Vorsitzende Werner Baumgärtner gestern bei einer Vertreterversammlung in Möhringen. Derzeit drohe eine Überschreitung von 40 Millionen Mark, die Kassenärzte müssten dann mit Regressforderungen rechnen. Baumgärtner kündigte an, er wolle dies zum einen durch ein ¸¸Notprogramm'' verhindern, zum anderen sollen verstärkt Wirtschaftlichkeitsprüfungen vorgenommen werden, ¸¸um denjenigen Kollegen, die sich an unsere Vorgaben gehalten haben, eine Kollektivhaftung zu ersparen''. Wenn sich einzelne Ärzte nicht an Vorgaben gehalten hätten, sollten auch diese vorrangig in Haftung genommen werden. Der Kassenarzt-Chef rechnet allerdings noch immer damit, dass bis zum Jahresende ¸¸eine Punktlandung'' erreicht werden kann.

Selbstkritisch räumte Baumgärtner ein, beim neuen ¸¸MEDI''-Netzwerk der Kassenärzte ¸¸in der Diktion zu rigide aufgetreten'' zu sein. Auch dank der oft ausgleichenden Worte seines Stellvertreters Norbert Metke seien aber inzwischen mit 2475 Teilnehmern mehr als die Hälfte aller Kassenärzte in der Region dem neuen Verbund beigetreten. In Heilbronn gehörten dem Netz sogar mehr als 80 Prozent der Ärzte an. Dies sei ein großer Erfolg und bundesweit einmalig. tuf

 

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