P R E S S E S C H A U Stuttgarter Zeitung 17.11.1999
Die Ärzte und das Geld Ein AngebotHeute bescheren uns die Mediziner wieder einmal einen ¸¸Aktionstag'' (siehe Bericht). Das beweist: der Streit um das liebe Geld im Gesundheitswesen wird immer heftiger. Ärzte informieren ihre Patienten in Briefen, die Budgets seien überschritten. Es sei kein Geld mehr für die Behandlung da. Für chronisch Kranke klingt das beängstigend, und manche Patienten, die teure Medikamente benötigen, werden von Praxis zu Praxis geschickt. Als medizinische Laien können sie nicht beurteilen, ob der Arzt ihnen ein Rezept nur deswegen nicht verschreibt, weil das Mittel nicht sinnvoll ist, oder ob ihnen aus Kostengründen eine Therapie vorenthalten wird.Überlagert wird der Streit auch vom Argument mancher Politiker: Viele Mediziner würden, so sagen sie, beim Kampf gegen das Budget zwar vom Wohl der Patienten reden, dabei aber an die Gesundung des eigenen Geldbeutels denken. Die Ärzte dagegen erklären, dass sie immer mehr unentgeltlich arbeiten müssten, weil die Honorarberechnungen seit langem nicht mehr den Aufwand deckten. Viele Praxen befänden sich am Rande des Ruins. Beweise? Bisher keine. Deshalb machen wir ein Angebot: Die Stuttgarter Zeitung ist bereit, die konkreten Nöte einer Praxis, eines Mediziners aus Stuttgart und der Region auf Punkt und Komma zu dokumentieren. Das setzt eines voraus: dass uns und einem Wirtschaftsprüfer Einblick in Kalkulation und Unterlagen gewährt wird - das heißt, dass mit offenen Karten gespielt wird. Wir warten auf Antwort. Von Silke Schieber
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