P R E S S E S C H A U Ärzte Zeitung Nr. 165 vom 15.09.1999, S.19 Leserbrief von Dietmar G. Luchmann, Stuttgart
Unter dieser Frage veröffentlichte die Ärzte Zeitung am 15.09.1999 den nachfolgenden Leserbrief von Dietmar G. Luchmann. An diesem Tag fand auch der offizielle Start des von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordwürttemberg (KÄV NW) und der Vertragsärztlichen Vereinigung (VV) Nordwürttemberg getragenen, aber als weitere "Entrechtung" aus den Reihen der Ärzteschaft heftig kritisierten Stuttgarter Ärztenetzes MEDIS statt. Die Bewertung der Kassenärztlichen Vereinigungen in Bezug auf die Erfordernisse eines modernen Gesundheitswesens brachte der Berliner Internist Dr. med. Hans-Georg Fritz, der früher selbst Vorstandsmitglied der KÄV Berlin war, auf den Punkt: "Die deutschen KVen sind für ihn ... siechende Dinosaurier der Kaiserzeit", berichtete arzt online, Nr. 4, S.4, das Computermagazin der Ärztezeitung (September 1999). Nachfolgend der Wortlaut in der Ärzte Zeitung vom 15.09.1999, S.19, und ein Scan des Originals: Die Kolumne von Dr. Bernd Alles ("Der Arzt als Einkaufsware eine erstrebenswerte Perspektive", ÄZ 146), die sich kritisch mit der von den Kassen geforderten hohen Arbeitsqualität zu niedrigen Preisen auseinandersetzt, veranlaßte Dr. Dietmar G. Luchmann zu dieser Stellungnahme: Auch den Ärzten und den Psychologischen Psychotherapeuten, die in den Kassenärztlichen Vereinigungen nunmehr zusammenarbeiten, ist es sehr zu wünschen, dass sie von ihren emotionalen Problemen untereinander und ihrer inneren Kündigung gegenüber der Zwangsjacke der Kassenärztlichen Vereinigung zu einer konstruktiven und innovativen Umgestaltung der Selbstverwaltungsorgane finden. Herrn Dr. Alles ist uneingeschränkt zuzustimmen, daß der Arzt als Einkaufsware nicht erstrebenswert ist. Im Internet unter der Adresse www.medi-s.de wird darüber berichtet, wie einzelne Funktionäre der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg das Ansehen der Körperschaft beschädigen. Auch die nicht nachvollziehbare Emotionalität, mit der Funktionsträger der Kritik aus den Reihen ihrer Mitglieder entgegentreten, läßt die Hoffnung des Kollegen Dr. Alles, die „KVen zu modernen und erfolgreichen Dienstleistungszentren für ihre Mitglieder“ zu machen, leider einen unerfüllbaren Wunschtraum bleiben. Es sei denn, der eine oder andere kommt zur Besinnung, um sich von den Fehlern und Wunden der KV-Vergangenheit frei zu machen und im Konsens die Freiberuflichkeit im ambulanten Gesundheitswesen zu erhalten. Und hier das Original des Leserbriefes in der Ärztezeitung vom 15.09.1999. © 1999 Redaktion MEDI-Report. | |