P R E S S E S C H A U Stuttgarter Zeitung 11.09.1999 Allgemeinärzte kritisieren KartellDer Landesverband des Berufsverbandes der Allgemeinärzte Deutschlands (BDA) hat seinen Mitglieder abgeraten, dem geplanten Ärztekartell Medi beizutreten. Nach dem Verband Geno-Gyn stellt sich damit binnen kurzem ein zweiter Ärztebund gegen Medi.Der Landesvorsitzende des BDA, Manfred Schmid, betonte in einem Schreiben an die Kollegen, dass die Verbundidee Medi grundsätzlich richtig sei, denn so könnten sich die Ärzte als machtvoller Partner gegenüber den Krankenkassen positionieren. Schmid übte aber heftige Kritik an der konkreten Ausgestaltung der Verträge: Deren Prüfung habe ¸¸eine Reihe von Widersprüchen und sichtlichen Bedenken'' ausgelöst. Der Versuch, strittige Vertragsbestandteile in einer Vertreterversammlung zu thematisieren, sei zurückgewiesen worden. Derzeit sieht Manfred Schmid ¸¸so schwerwiegende Mängel und für den Vertragsunterzeichner eine so gravierende Einschränkung seiner persönlichen Rechte'', dass er von einem Beitritt abraten müsse. Jeder Kollege, der sich Medi anschließe, unterschreibe quasi eine ¸¸Entrechtungserklärung''. Norbert Metke, der bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordwürttemberg (KV) für die Organisation von Medi verantwortlich ist, sieht in diesem Ärztebund dagegen keine Entrechtung, sondern das genaue Gegenteil: Medi sei der einzig mögliche Machtfaktor der niedergelassenen Mediziner für die Zukunft. Es sei aber richtig, dass ein Medi-Mitglied sein Verhandlungsmandat abtrete: Denn das angestrebte Verkaufsmodell könne nur Erfolg haben, wenn Medi für möglichst viele Ärzte verhandeln könne. fal
© 1999 Stuttgarter Zeitung online. | |