N A C H R I C H T E N 21.07.2000 "International Neuroscience Institute": Weltzentrum für Neurochirurgie öffnet offiziell seine TürenHannover - Mit einer großen Einweihungsfeier hat das Weltzentrum für Neurochirurgie in Hannover am Freitag offiziell seine Pforten geöffnet. Das "International Neuroscience Institute" (INI) soll ein weltweit einmaliges Zentrum für die Erforschung und Behandlung von Hirnerkrankungen sein. «Ich hoffe, dass das INI dazu beitragen wird, dass es künftig schneller gelingt, Forschungsergebnisse in medizinische Praxis umzusetzen», sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bei der Eröffnung. Initiiert wurde das Projekt von dem international führenden Hirnchirurgen Professor Madjid Samii."Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit der Verbindung von Technologie, Biologie und Medizin unseren Patienten das Bestmögliche geben können", sagte er. Das 140 Millionen Mark teure Institut wurde weitgehend privat finanziert. Auch Kassenpatienten sollten Zugang zu der Spezialklinik und ihren neuen Möglichkeiten haben, sagte der INI- Direktor. "Wir sind bereit, alle Patienten aufzunehmen." Das Weltzentrum stellt in abstrahierter Form ein Gehirn dar. Es verfügt über 100 Betten, sechs Operationssäle, eine Intensivstation sowie mehrere Forschungslabors. Auch im Gebäudeinneren soll die Hirnstruktur nachempfunden sein, erläuterte Samii. So ist die High- Tech-Klinik komplett vernetzt, Patientenakten sollen elektronisch geführt werden. Niedergelassene Ärzte können per Computer Befunde übermitteln und den Behandlungserfolg überprüfen. Ferner soll eine Informations-Hotline für Ärzte eingerichtet werden. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) lobte das INI als weltweit einzigartiges Projekt. "Wir in Niedersachsen sind stolz darauf, dass die medizinische Denkfabrik des 21. Jahrhunderts hier steht", sagte Gabriel vor mehr als 1.500 Ärzten sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Die Spezialklinik liegt in direkter Nachbarschaft zur Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Zwischen beiden Instituten gebe es eine enge wissenschaftliche und klinische Zusammenarbeit, sagte MHH-Rektor Prof. Horst von der Hardt. Voraussichtlich im Oktober will das Zentrum die ersten Patienten aufnehmen. 200 Mitarbeiter sollen sich dann um sie kümmern, sagte Samii. Rund 70 von ihnen seien Wissenschaftler. Zahlreiche Forscher haben nach Angaben des INI-Direktors bereits ihre Zusammenarbeit mit dem hannoverschen Institut zugesagt. Einer der Forschungsschwerpunkt sollen biologische und technische Verfahren zur Wiederherstellung gestörter Nervenfunktionen sein. © MEDI-Report: www.medi-report.de |