N A C H R I C H T E N 17.07.2000 Betriebskrankenkassen wollen Auslandskrankenschein abschaffen - Mit nur 11,2 Prozent Beitrag bei der BKK dabeiKarlsruhe - Die Abschaffung des Auslandskrankenscheins E 111 fordert der Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) Baden- Württemberg. "Der Auslandskrankenschein ist von der praktischen Abwicklung reichlich überholt", sagte der BKK-Vorstandsvorsitzende Rolf-Ulrich Schlenker am Montag bei der Pressekonferenz zu den diesjährigen BKK-Tagen in Karlsruhe. Seiner Ansicht nach sollte für Leistungen innerhalb Europas generell eine auf Tarife im Heimatland basierende Kostenerstattung eingeführt werden."Krankenkassen sollte es freigestellt werden, einen Auslandsversicherungstarif als Wahlleistung anzubieten", meinte Schlenker. Auch sollten unmittelbare Vertragsbeziehungen zwischen ausländischen Leistungsanbietern und Kassen mit Blick auf einen Preis- und Qualitätswettbewerb innerhalb der EU zugelassen werden. Die Beitragsspanne der Betriebskrankenkassen im Südwesten bewegt sich zwischen neun und 13,9 Prozent, im Schnitt liegt sie bei 12,4 Prozent. Rund 90 Prozent sind offen für jedermann. Die billigste offene Betriebskrankenkasse im Land ist laut Schlenker die BKK Mann + Hummel in Ludwigsburg mit 11,2 Prozent. Der BKK-Landeschef geht davon aus, dass die Beiträge in diesem Jahr nicht steigen. Auf Grund höherer Arzneimittelausgaben - im ersten Quartal dieses Jahres stiegen sie um neun Prozent - schließt er dies für die folgenden Jahre aber nicht aus. Der BKK-Landesverband zieht eine "durchaus erfreuliche Bilanz" für 1999. Die Finanzlage der 53 Betriebskrankenkassen im Südwesten sei stabil. Positiv sei besonders der Zuwachs der Mitgliederzahl um über 290.000 auf 1,14 Millionen Versicherte; mit Familienangehörigen waren es 1,64 Millionen. Zusammen mit der neu eingegliederten BKK POST mit Sitz in Stuttgart - mit 550.000 Mitgliedern die größte deutsche BKK - brachte es der Verband zum 1. Juni dieses Jahres auf 1,75 Millionen Mitglieder; mit Familienangehörigen auf 2,46 Millionen Versicherte. Die Südwest-BKK ist damit nach Nordrhein-Westfalen der zweitgrößte Landesverband. Durch den Mitgliederzuwachs sanken die Leistungsausgaben im Land insgesamt um 6,4 Prozent. Das positive Ergebnis sei durch deutlich höhere Zahlungen in den Risiko-Strukturausgleich "überschattet" worden, bedauerte Schlenker. Der Finanzausgleich zwischen allen gesetzlichen Krankenkassen berücksichtigt strukturelle Unterschiede bei Einkommen, Alter, Geschlecht und der Zahl der versicherten Familienmitglieder. Fast alle BKK in Baden-Württemberg sind Netto-Zahler. Die Zahlungen stiegen von 1,1 Milliarden im Jahr 1998 auf knapp 1,8 Milliarden Mark an. Die Bilanzsumme aller BKK im Südwesten liegt bei 5,4 Milliarden Mark. Der Fusionsprozess bei den BKK hat sich inzwischen "deutlich verlangsamt", dürfte nach Einschätzung Schlenkers aber noch nicht beendet sein. Im Mittelpunkt der diesjährigen BKK-Tage stand "Europa und die deutsche Sozialversicherung". Zu der Veranstaltung im Kongresszentrum wurden am Montag und Dienstag rund 500 Teilnehmer erwartet. © MEDI-Report: www.medi-report.de |