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17.07.2000 Suizid oder Psychotherapie? - Depressionen bei Kinder und Jugendlichen weit verbreitetNeu-Isenburg - Fast ein Fünftel aller Jugendlichen hat bereits mindestens einmal unter Depressionen gelitten. Nur die wenigsten der Betroffenen begeben sich allerdings in ärztliche Behandlung. Das berichtet die in Neu-Isenburg erscheinende "Ärzte-Zeitung" unter Berufung auf eine Studie der Universität Bremen.
Eine Untersuchung von 1.000 Jugendlichen ergab demnach, dass 18 Prozent der Jungen und Mädchen schon einmal eine Depression gehabt hatten. Drei Prozent von ihnen waren deswegen von einem Arzt behandelt worden. Oft sei die Diagnose von Depressionen bei Jugendlichen sehr schwierig, weil aggressives Verhalten, Apathie oder Ängstlichkeit die typischen Depressionssymptome überlagern. Zu diesen zählen beispielsweise Bedrücktheit, Stimmungsschwankungen und Zwangssymptome.
Auffällige Kinder sollten nach Meinung der Experten auf jeden Fall untersucht werden. Wie wichtig eine konsequente Therapie bei Depressionen sei, zeige die Suizidrate. Jedes Jahr nähmen sich in Deutschland 50 bis 60 depressive Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren das Leben. Bei den depressiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren gebe es jährlich rund 1.500 Suizid-Opfer.
"Für die nach 1955 Geborenen ist die Wahrscheinlichkeit, irgendwann an einer schweren Depression zu erkranken, in vielen Ländern dreimal so hoch wie für ihre Großeltern", stellt der amerikanische Psychologe Daniel Goleman in seinem Bestseller "Emotionale Intelligenz" fest. Ursächlich hierfür sind die erheblichen gesellschaftlichen Umbrüche und der wachsende Konformitätsdruck. Dass die rot-grüne Bundesregierung vor diesem Hintergrund der Psychotherapie im Gesundheitswesen keine angemessene Beachtung schenkt, wird die Gesellschaft sehr viel teurer zu bezahlen haben als eine wirksame Prävention kostet.
Lesetipp:
 Daniel Goleman: Emotionale Intelligenz, DTV, München, 422 Seiten, DM 17,90.
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