N A C H R I C H T E N 12.07.2000 Neurobiologin testet erstmals Injektionen gegen Querschnittslähmung - Erfolgsquote im Tierversuch bei 70 ProzentTel Aviv - Eine israelische Wissenschaftlerin will erstmals versuchen, eine im unteren Wirbelsäulen-Bereich querschnittsgelähmte Patientin durch Injektionen von weißen Blutkörperchen zu heilen. Die für den Versuch in Tel Aviv ausgewählte 19-jährige Patientin stammt aus den USA und ist seit einem Autounfall vor zweieinhalb Wochen gelähmt. Ob die Behandlung mit den so genannten Makrophagen, einer besonderen Art der weißen Blutkörperchen, erfolgreich ist, wird nach Meinung der Mediziner erst in sechs bis zwölf Monaten absehbar sein, berichtete die Tageszeitung "Haaretz" am Mittwoch.Die Neurobiologin Michal Schwartz von der neurobiologischen Abteilung des Weizmann-Instituts in Rechovot bei Tel Aviv hatte in den vergangenen Jahren erfolgreiche Versuche an Ratten gemacht. Die Ergebnisse waren bereits im Juli 1998 im US-amerikanischen Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht worden. Schwartz hatte herausgefunden, dass bei Querschnittslähmungen die Makrophagen, die für die Erneuerung von Nervenzellen nötig sind, auf normalem Weg nicht die verletzten Stellen erreichen. Bei Versuchen mit Ratten, deren Rückenmark durchtrennt wurde, spritzte sie den Tieren in den abgetrennten, unteren Wirbelsäulen-Bereich die Makrophagen, worauf sich das Zellgewebe zu erneuern begann und die Nervenenden - zumindest teilweise wieder zusammenwuchsen. Nach einigen Wochen hatten die Ratten die Kontrolle über Beine und Schwanz teilweise wieder erlangt. Die Erfolgsquote lag nach Angaben der Zeitung bei den Tierversuchen bei 70 bis 75 Prozent. © dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de |