Rote Karte für Baumgärtners Medi - Unterstützen Sie die juristische Aufklärung


N A C H R I C H T E N

10.07.2000

Neuer Infrarot-Fotodetektor entdeckt verlässlich Brustkrebs - Chip kann Differenzen von 0,005 Grad auflösen

Freiburg - Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF) in Freiburg hat einen neuen Detektor zur verlässlichen Diagnose von Brustkrebs entwickelt. IAF-Physiker Harald Schneider sagte am Montag in Freiburg, dass der Infrarot-Detektor das Herzstück einer Kamera sei, mit der feinste Temperaturunterschiede aufgespürt werden können.

Ein wachsender Tumor erhöht die Temperatur im Gewebe und auf der Haut. Für eine sichere Krebsdiagnose per Thermographie müssen Temperaturschwankungen von wenigen Tausendstel Grad Celsius in Zeiten von unter einer Sekunde gemessen werden. Die in Freiburg entwickelte neue Generation von Detektoren könne nun Differenzen von 0,005 Grad Celsius auflösen, sagte Schneider. Grundlage sei ein Halbleiterchip aus Gallium-Arsenid, auf dem 640 x 512 Bildpunkte auf der Fläche eines Fingernagels untergebracht seien.

In Deutschland erkranken jährlich rund 40.000 Frauen an Brustkrebs. Um die Erkrankung möglichst früh zu erkennen, werden jährlich 5,7 Millionen Mammographien durchgeführt. Bei diesem Verfahren werden verdächtige Gewebsveränderung mit Röntgenstrahlen sichtbar gemacht. Die Tumordiagnose per Infrarot-Fotodetektor sei sehr viel verträglicher für die Patientinnen, sagte Schneider. Eine Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde. Zur Zeit laufen in den USA mehrere klinische Studien, um das neue Verfahren zu erproben.

© dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de