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N A C H R I C H T E N

08.07.2000

Wenn die subjektive Welt sich immer weiter von der Realität entfernt: Mit Altersschwachsinn spielerisch umgehen

Tübingen - Der Psychiater Jan Wojnar vom Hamburger Projekt "Pflegen & Wohnen" hat dazu aufgerufen, geistesschwache alte Menschen nicht symptombezogen zu behandeln, sondern patientenbezogen. Betreuungsformen und -umfang müssten ständig an die Fähigkeiten des Kranken angepasst werden, sagte er am Samstag während einer Arbeitstagung an der Universität Tübingen.

Das Wissen um die Ursachen anscheinend unsinniger Handlungen erleichtere den spielerischen Umgang mit ihnen.

"Der Arzt darf sich nicht auf die Schilderung der Symptomatik durch die betreuenden Personen beschränken, sondern muss den Betroffenen persönlich genau untersuchen, wozu meistens mehrere Kontakte notwendig sind", erläuterte Wojnar.

Eine medizinische Therapie müsse immer am Ende einer Kette von verschiedenen nichtmedikamentösen Interventionen stehen. Durch die Beeinträchtigung von Sinneswahrnehmungen werde die Anpassungsfähigkeit der Patienten an ihre Umgebung vermehrt gestört.

Die subjektive Welt der Kranken entferne sich immer weiter von der Realität gesunder Betreuender, was zu Verkennungen von Situationen sowie Fehlhandlungen führe. Deshalb gelte es, in einer Milieutherapie die gesamte Umgebung der Patienten krankengerecht zu gestalten.

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