N A C H R I C H T E N 07.07.2000 Lernfähigkeit von Kindern mit Down-Syndrom unterschätzt - frühe Förderung sehr wichtigBielefeld - Kinder mit dem Down-Syndrom werden nach Ansicht von Experten in ihrer Lernfähigkeit noch immer unterschätzt. Für sie sind eine frühe Förderung, besondere Betreuung und gemeinsames Lernen mit Nichtbehinderten sehr wichtig. Den meisten Erwachsenen sei unbekannt, wie lernfähig die Kinder mit der früher als Mongolismus bezeichneten Störung der Chromosomenverteilung seien, sagte der Ehrenvorsitzende des Arbeitskreises Down-Syndrom, Hermann Stüssel (71), am Samstag in einem dpa-Gespräch. Noch immer würden die betroffenen Kinder oft gedankenlos als "Mongölchen" diskriminiert.Der seit 23 Jahren bestehende Arbeitskreis mit Sitz in Bielefeld wirbt für eine bessere Förderung und Integration der auf besondere Hilfe angewiesenen Kinder. Wichtig sei, mit den Kindern früh eine Therapie zu beginnen und sie in Regelkindergarten und -schule zu integrieren, betonte Stüssel. In vielen Bundesländern gebe es aber wenig Bereitschaft zu integrierendem Lernen in den Schulen. Integrationsklassen in weiterführenden Schulen seien sogar gefährdet. Nach Angaben Stüssels werden in Deutschland 1.000 bis 1.500 Kinder pro Jahr mit Down-Syndrom geboren - etwa jedes 600. bis 700. Baby. Dabei handele es sich um eine genetische Veränderung des Erbgutes, bei der ein Chromosom dreifach statt doppelt vorkommt (Trisomie 21). Dies hemme die geistige und körperliche Entwicklung. © dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de |