N A C H R I C H T E N 06.07.2000 Erster Einblick in genetische Ursache von Bluthochdruck - ein einziger Eiweißbaustein verursacht PräklampsieWashington - Eine winzige genetische Mutation ist nach Erkenntnis von US-Forschern die Ursache für lebensgefährlichen Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 289, Nr. 5476, S. 119) identifiziert das Team einen einzigen Baustein an einem Eiweißstoff, der den Salzhaushalt des Körpers reguliert, als Auslöser von Präeklampsie. Mit diesem Einblick in den molekularen Mechanismus von Bluthochdruck hoffen die Forscher um Richard Lifton von der Yale Universität, auch anderen Formen der Hypertonie auf die Spur zu kommen.Präeklampsie oder Gestose gefährdet in bis zu zehn Prozent aller Schwangerschaften das Leben der Mutter und ihres ungeborenen Kindes. Lifton und Kollegen entdeckten die dafür verantwortliche Mutation am so genannten mineralokortikoiden Rezeptor bei einem 15-jährigen Jungen und seiner Familie. Mit dieser Veränderung im Erbgut reagieren werdende Mütter weitaus empfindlicher auf das Hormon Progesteron, das während der Schwangerschaft in hohen Mengen produziert wird. Während der Rezeptor im Normalfall nur auf das Hormon Aldosteron reagiert, wird er durch die Mutation des einen DNA-Bausteins auch von Progesteron aktiviert. Über den Rezeptor kommt jener Mechanismus in der Zelle in Gang, der die Nieren mehr Salz aufnehmen lässt und letztlich den Blutdruck hochtreibt. Die Ergebnisse der US-Forscher dürften nach Ansicht des Nephrologen Friedrich Luft vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin (Berlin) zum Ansatzpunkt für neue Medikamente gegen Bluthochdruck und Herzinsuffizienz werden. © MEDI-Report: www.medi-report.de |