N A C H R I C H T E N

06.07.2000

Mehr Transparenz und Kooperation: Runder Tisch ärztlicher Fachgruppen und psychotherapeutischer Berufsverbände in Niedersachsen gegründet

Hannover - Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und Berufsverbände setzen sich für Transparenz und Kooperation im Gesundheitsweisen ein: Ein aus 18 ärztlichen Fachgruppen und psychotherapeutischen Berufsverbänden bestehender "Runder Tisch" hat sich auf Initiative des Vorsitzenden des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KAVN), Eberhard Gramsch, am 05.07.2000 in Hannover gegründet.

Bei der ersten Zusammenkunft verabredeten die Vertreter der beteiligten Berufsverbände und der Vorstand der KÄVN, in regelmäßigen Zusammenkünften die Probleme der Mitglieder in den einzelnen Verbänden eingehend zu diskutieren, um so das Vertrauensverhältnis zwischen den einzelnen Fachgruppen zu fördern. Der Vorstand der KÄVN wird die Vertreter der Berufsverbände über aktuelle Entwicklungen der Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen, über die Honorarsituation der Fachgruppen und über fächerübergreifende Gestaltungsmöglichkeiten in der Gesundheitspolitik unterrichten.

Gramsch wörtlich: "In Zusammenarbeit mit allen Fachgruppen wird die KÄVN innovative Ideen entwickeln, wie die starren gesetzlichen Vorgaben neu belebt werden können." Nach Einschätzung der Vertreter der Berufsverbände gefährden die Vorgaben der Gesundheitspolitik das anerkannte hohe Niveau der medizinischen Versorgungsqualität.

Ausschließlich am Kriterium der Beitragssatzstabilität ausgerichtete Budgets bei gleichzeitiger Übertragung von Kernkompetenzen zur Budgetsteuerung auf die Krankenkassen führe zu einer Zuteilungsmedizin. Der Bevölkerung müsse das aktuelle Geschehen in der Leistungserbringung transparenter gemacht werden. Dafür sei jedoch eine verbesserte Datenlage sowohl von der KÄVN als auch insbesondere seitens der Krankenkassen notwendig. Auf einer der kommenden Sitzungen werden die Berufsverbände Kooperationen auf Landesebene beraten.

Gramsch zeigte sich am Ende der ersten Sitzung beeindruckt über das intensive Gespräch, das durch Offenheit und dem Willen zur Konstruktivität geprägt gewesen sei. Selbstverständlich stehe der "Runde Tisch" weiteren Berufsverbänden offen.

Der Göttinger Allgemeinarzt Eberhard Gramsch (57) war erst am 24.06.2000 in Hannover von den Mitgliedern der Vertreterversammlung der KÄVN zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt worden. Stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. med. Christoph Titz (51), Frauenarzt aus Delmenhorst. Die beiden Ärzte stehen nun den rund 12.600 niedersächsischen Vertragsärzten sowie Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten vor. Die Nachwahl des Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden der KÄVN war notwendig geworden, nachdem der bisherige Vorsitzende des Vorstandes der KÄVN, Dr. med. Bodo Strahl, und sein Stellvertreter, Dr. med. Wolf-Dieter Kirsten, Ende Mai überraschend von ihren Ämtern zurückgetreten waren.

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