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05.07.2000

Clinton-Berater Joy: Genetik gefährlicher als Vernichtungswaffen

Berlin  - Nach Ansicht des US-Computerexperten und Clinton-Beraters Bill Joy stellen Genetik, Mikromaschinen (Nanotechnologie) und Robotik eine größere Gefahr dar als Massenvernichtungswaffen.

Die Gefahr bestehe in der Entwicklung höchst gefährlicher "Designer- Erreger", der Zerstörung der Erdatmosphäre durch Miniroboter und unkontrollierbarer, sich selbst reproduzierender Roboter, meinte Joy in einem Beitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe).

Dem könne mit einer breiten öffentliche Diskussion um die Risiken neuer Technologien, einem hippokratischen Eid für Wissenschaftler und einer internationalen Aufsicht für Genetik- und Robotik-Institute gegengesteuert werden. Denn schon 200 geistesgestörte Wissenschaftler stellen seiner Ansicht nach eine "tödliche Gefahr für unsere Zivilisation dar".

Joy bezieht sich auf den bekannten Neurobiologen William Calvin von der University of Washington, der den Anteil paranoider Wissenschaftler mit einem Prozent angab. Joy hält die Auslöschung der Menschheit in den nächsten zwei bis vier Jahrzehnten mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent für möglich.

Es müssten deshalb drastische Kontrollen errichtet werden. Der Chemie-Nobelpreisträger Kary Mullis stellte sich in einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe) etwaigen Befürchtungen entgegen. "Die Deutschen" hätten "einen Hang zu apokalyptischen Ängsten", auch in der Gentechnik. "Es gibt keinen Grund dafür, warum die Deutschen nicht mittun sollten", meinte er. Seines Erachtens hätten diejenigen die größten Ängste, die am wenigsten davon verstehen. Auch in den USA gebe es solche Leute.

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