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21.06.2000

Trittin: Gesundheitsrisiko durch Umweltschäden steigt

Berlin (dpa) - Umweltschäden sind immer stärker ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Deshalb werde sich die Umweltpolitik nach Angaben von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) künftig stärker dem Bereich Umweltschäden und Gesundheit widmen müssen. Das menschliche Gesundheitsrisiko durch negative Umwelteinflüsse steige weiter an, warnte Trittin bei der Vorstellung des Umweltjahresberichtes 1999 am Mittwoch in Berlin. "Die Zunahme von Krankheiten, wie Asthma und Allergien, auf Grund von Umwelteinflüssen ist alarmierend", sagte auch der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge. Nach seinen Angaben leiden rund 30 Millionen Deutsche an Allergien.

Die Bundesregierung wolle dem negativen Trend durch ein Aktionsprogramm gegen Luftverschmutzung und Lärmbelästigung nun Rechnung tragen, erklärte Trittin. Ziel sei es, die Ozonbelastung durch "Spreizung" der Kfz-Steuer nach Schadstoffausstoß stärker zu mindern und ein Maßnahmenbündel gegen verkehrsbedingten Lärm zu verabschieden. Mit der neuen Besteuerung könne nach Angaben von Trittin die Zahl der Fahrzeuge ohne Katalysator in einem Jahr halbiert werden. Vorgesehen sei zudem die Einführung einer emissionsbezogenen Kfz-Steuer für so genannte leichte Nutzfahrzeuge und Motorräder.

Trittin und Troge appellierten auch an die Fahrzeughersteller, durch Forschung den Schadstoffausstoß noch weiter zu reduzieren. Besonders gesundheitsgefährdend seien Feinstaubpartikel, deren Wirkung in der Vergangenheit zu wenig beachtet wurde, sagte Troge. Durch Partikelfilter könne beispielsweise das Krebsrisiko erheblich gesenkt werden.

Der Umweltminister kündigte weiter an, dass die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm überarbeiten wolle. Vorgesehen sei, die Lärmschutzzone um die Flughäfen auszuweiten und Nachtschutzzonen einzuführen. Für den Lärmschutz an Schienenwegen habe die Bundesregierung bereits 100 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, sagte Trittin. Damit können nun unter anderem Schallschutzwände errichtet werden.

Troge warnte vor der schädigenden Wirkung von Lärm. Nach seinen Angaben lassen neue Befunde erkennen, dass durch Lärmbelästigung die Gefahr der Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Erkrankungen steige. In Deutschland werde nach Berechnungen des Bundesumweltamtes knapp die Hälfte der Bevölkerung mit zu hohen Geräusch-Pegeln belaset. Auch hier müsse die Industrie durch Verbesserung der Motortechnik tätig werden, forderte Troge.

Nicht zu unterschätzen seien nach Ansicht von Troge auch die Gesundheitsgefahren durch laute Musik. Es müsse in Zukunft mehr Aufklärung unter Jugendlichen betrieben werden, forderte er. Die Gehörschäden, die viele junge Leute erlitten, seien später unumkehrbar. Nötig sei daher auch eine freiwillige oder gesetzlich vorgeschriebene Begrenzung der Schallpegel in Diskotheken.

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