N A C H R I C H T E N 21.06.2000 WHO: Frankreichs Gesundheitswesen top - Deutschland auf Platz 25Genf (dpa) - Frankreich hat weltweit das beste Gesundheitssystem. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch in Genf veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Deutschlands Gesundheitssystem liegt danach im internationalen Vergleich nur auf Platz 25. Die Studie misst erstmals die Kundenorientierung der Gesundheitssysteme in 191 Staaten, die faire Verteilung der Kosten für Behandlung und Medikamente sowie den Zugang ärmerer Schichten zu den im Lande vorhandenen Behandlungsmethoden.Bei der Untersuchung der gerechten Verteilung der finanziellen Lasten im Gesundheitssystem erreichte Deutschland immerhin den sechsten Platz. Dies sagt aber nichts über das "Preis-Leistungs-Verhältnis" im deutschen Gesundheitswesen aus. Laut WHO fressen die Gesundheitskosten im Schnitt jedes Jahr rund 10,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf, ein Wert der nur noch von den USA (13,7 Prozent) übertroffen wird. Positiv fiel der WHO in Deutschland die Achtung der Würde des Patienten und seiner Entscheidungsfreiheit durch die Ärzte auf. Sehr gute Noten in der Gesamtwertung erteilte die WHO den Gesundheitssystemen Italiens (Platz 2), Spaniens (Platz 7) und Portugals (Platz 12). Auf den letzten 25 Rängen liegen, mit Ausnahme von Nordkorea, Birma und Afghanistan ausschließlich afrikanische Staaten. Sehr viel schlechter als in den meisten europäischen Ländern funktioniere der soziale Lastenausgleich dagegen im amerikanischen Gesundheitswesen, hieß es. In den USA geben der Staat, die Bürger und die Krankenversicherungen zwar mehr Geld für Arztbesuche, Medikamente und Krankenhausaufenthalte aus, als in jedem anderen Land der Welt. Im internationalen Qualitätsvergleich erreicht das amerikanische Gesundheitssystem aber trotzdem nur Platz 37. Dies liegt nach Einschätzung der WHO vor allem daran, dass viele US-Amerikaner aus den unteren sozialen Schichten gar nicht oder nicht ausreichend krankenversichert sind. In den USA werden 56 Prozent der Kosten für Behandlung und Medizin vom Patienten oder seinen Angehörigen direkt aus eigener Tasche bezahlt. Zum Vergleich: In den meisten anderen Industrieländern sind es nur 25 Prozent, in Indien 80 Prozent. © dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de |