N A C H R I C H T E N 14.06.2000 Verbesserte Behandlungsmethoden für Epileptiker - Tagung auf UsedomGreifswald (dpa) - Die Behandlungsmethoden für Epileptiker haben sich nach Ansicht von Experten spürbar verbessert. Acht von zehn Epilepsie-Patienten in Deutschland können nach Angaben des Greifswalder Medizinprofessors Uwe Runge nach medikamentöser Behandlung oder Operationen weitgehend ohne neue Anfälle leben. Allein im Zentrum für Epilepsie des Greifswalder Klinikums seien in den vergangenen fünf Jahren 90 Patienten operiert worden, von denen heute rund 70 Prozent anfallsfrei leben würden, sagte Runge in einem dpa-Gespräch.Die Epilepsie gehöre weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland würden rund 800.000 Menschen an den krampfartigen Anfällen, unkontrollierten Zuckungen sowie Bewusstseinsstörungen und -ausfällen leiden. "Mit jährlich 50 bis 150 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner ist die Epilepsie ebenso häufig wie die Diabetes mellitus", sagte Runge, der auch 1. Vorsitzender der Internationalen Liga gegen Epilepsie ist. 500 Mediziner und Psychologen aus Österreich, der Schweiz, Bulgarien und Deutschland treffen sich von diesem Donnerstag an zu einer dreitägigen Fachtagung zur Epilepsie in Heringsdorf auf Usedom. Ursache für die Epilepsie seien abnorme elektrische Entladungen der Hirnzellen, die zu den krampfartigen Anfällen führten. Durch medikamentöse Behandlungen könne bis zu 70 Prozent der Patienten geholfen werden. Zehn Prozent der Epileptiker könnten nach gezielten Hirnoperationen anfallsfrei weiterleben. "Wenn medikamentöse Behandlungen und Operationen versagen, kann die Einführung eines so genannten Vagusstimulators die Anfallshäufigkeit reduzieren", sagte Runge. Ein solcher Hirnstimulator unterdrücke durch die Abgabe von elektrischen Impulsen die Anfallsbereitschaft. © dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de |