N A C H R I C H T E N 09.06.2000 Beschneidung vermindert Aids-Risiko bei Hetero-Sex: Nicht beschnittene Männer acht Mal häufiger infiziertLondon (dpa) - Männer mit beschnittenem Glied haben einer australischen Studie zufolge ein wesentlich geringeres Risiko, sich beim Sex mit dem Aids-Virus zu infizieren. Das Risiko eines nicht beschnittenen Mannes sei bis zu acht Mal höher, schreiben die Forscher vom Frauenkrankenhaus der Universität Melbourne in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" vom Freitag. Der Grund dafür sei, dass das Virus ganz bestimmte Zellen angreife, die vor allem an der Innenseite der Vorhaut vorkommen. Eine Beschneidung senkt demnach auch das Risiko, sich mit Syphilis oder Tripper anzustecken.Die Wissenschaftler verweisen zudem auf eine in Uganda ausgeführte Untersuchung von Paaren, bei denen die Frau jeweils HIV-positiv war, während der Mann das Virus nicht hatte. Die 50 Männer, die beschnitten waren, infizierten sich während des Untersuchungszeitraums von 30 Monaten nicht. Von 137 unbeschnittenen Männern waren dagegen nach dieser Zeit 40 infiziert. Dies geschah, obwohl alle Paare kostenlos Kondome bekommen hatten und über die Möglichkeiten zum Schutz vor einer Infizierung aufgeklärt worden waren. "Vor diesem Hintergrund erscheint eine Beschneidung höchst wünschenswert, vor allem in Ländern mit einer hohen HIV-Rate", sagte der Leiter der Studie, Prof. Roger Short. Ein Sprecher der britischen Aidsstiftung sagte, Beschneidung sei vor allem in den Ländern wichtig, in denen das Virus hauptsächlich beim Sex zwischen Mann und Frau übertragen werde. Im Westen geschähen die meisten Übertragungen jedoch unter Homosexuellen. US-Studien hätten belegt, dass eine Beschneidung beim Analsex keinen Schutz biete. Deshalb müsse unbedingt ein Kondom benutzt werden. © dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de |