N A C H R I C H T E N

31.05.2000

Strahl und Kirsten gehen: Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen zurückgetreten

Hannover (MEDI-Report) - Die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KÄV NS), Bodo Strahl und Wolf-Dieter Kirsten, sind am Mittwoch Mittag von ihren Ämtern zurückgetreten. Aus dem Hause der KÄV NS hieß es, der Rücktritt habe die Verwaltung überrascht.

Vor dem Hintergrund der langdauernden Auseinandersetzungen um die Führungsqualitäten des KÄV-Vorsitzenden Strahl zeichnete sich diese Entwicklung vor Monaten schon ab. MEDI-Report berichtete hierüber am 27.03.2000: Hausärzte und Psychotherapeuten hatten in Niedersachsen eine Koalition geschlossen, um das achtjährige "Regime auf der Basis von Angst", das der KÄV-Vorsitzende Strahl aufgebaut hatte, zu beenden.

"Aufgrund seiner Amtsführung habe er keinerlei Rückendeckung mehr", schrieb die Wochenzeitung Medical Tribune am 18.12.1999 (Jg.34, Nr.50, S.20). Der niedersächsische BDA-Vorsitzende Heinz Jarmatz hatte nach der katastrophalen Amtsführung bereits angekündigt, der KÄV-Chef werde "schlagartig in der Versenkung verschwinden".

In der Presseerklärung teilten Strahl und Kirsten in Hannover zur Begründung ihres Rücktritts mit, durch Eingriffe der Politik werde die ärztliche Selbstverwaltung in Frage gestellt. Beide standen seit mehr als sieben Jahren an der Spitze der KÄV NS. Die Gesundheitsreform habe durch die Trennung der Ärztevergütung in einen hausärztlichen und einen fachärztlichen Teil "das Absterben eines großen Teils der Fachärzte vorprogrammiert", kritisierten Strahl und Kirsten. Dadurch sei mit einem Honorarverlust von vier bis sechs Prozent für die Fachärzte zu rechnen.

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