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N A C H R I C H T E N

26.05.2000

SPD-Sozialexperte Dreßler: Alle IKK und BKK sollen sich für Jedermann öffnen

Berlin (dpa) - Im Streit um den Wettbewerb der Krankenkassen hat der SPD-Sozialexperte Rudolf Dreßler dafür plädiert, dass sich alle Betriebs- und Innungskrankenkassen (BKK und IKK) für Jedermann öffnen müssen. Bisher können sie in jedem Bundesland selbst darüber entscheiden. Zugleich stellte Dreßler in einem am Freitag in Berlin verbreiteten Papier die bisherigen Verbandsstrukturen der Kassen in Frage. Er skizzierte eine "Vision", die den einzelnen Kassen größeren Spielraum im Wettbewerb ermöglicht.

Bisher handelten die Verbände von Orts-, Ersatz-, Innungs- und Betriebskrankenkassen weitgehend die Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern aus. Den einzelnen Kassen seien die Hände gebunden, meinte Dreßler. Solange jedoch die Verträge von den Verbänden und oft auch noch einheitlich und gemeinsam erledigt werden müssten, richte sich das Tempo der Veränderungen "naturgemäß tendenziell nach den Schwächsten, den Langsamsten, den Bequemsten".

Auch die herkömmlichen Verbandsstrukturen zwischen den Kassenarten dürften kein Tabu sein. "Eine große geöffnete BKK hat mehr Gemeinsamkeiten mit einer Ersatzkasse als mit einer traditionellen betriebsbezogenen BKK." Es mache daher kaum Sinn, beide BKK zwangsweise in einen Verband zu stecken. Denkbar sei auch, dass sich künftig die Kassen zusammentun, die sich auf ähnliche Orientierungen einigten. Zugleich müsse aber der Finanzausgleich zwischen den Kassen so ausgebaut werden, dass sich Wettbewerb um gesunde, junge und "billige" Versicherte nicht lohne.

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