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25.05.2000

Schlechte Aussicht für Europa: Ozonloch auch über der Arktis erwartet

Washington/Berlin (MEDI-Report) - Eine dicke Lage Sonnenschutzcreme und die Schirmmütze über den Augen könnten auch in Nordeuropa bald unerlässlich sein. Experten gehen davon aus, dass die schützende Ozonschicht über der Arktis in einem Jahrzehnt ähnlich schwinden könnte wie derzeit schon über der Antarktis.

Ein Team um Azadeh Tabazadeh vom Ames Forschungszentrum der Weltraumbehörde NASA in Mofett Field (Kalifornien) errechnete, dass der Ozonschwund über dem Nordpol bis zu 30 Prozent ausmachen könnte. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Klimaentwicklung in der nördlichen Hemisphäre fortsetzt wie bisher, schreibt das Team im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 288, S. 1407) vom Freitag.

Mit der steigenden Konzentration von Treibhausgasen, Kohlendioxid und Wasserdampf steht der unteren Stratosphäre über der Arktis eine kühlere und feuchtere Zukunft ins Haus. Sie ist die Bedingung für die Formation so genannter Polar Stratospheric Clouds (PSC), Polarer Stratosphären-Wolken. Sie ziehen Salpetersäure aus der Atmosphäre und setzen letztendlich Chlor frei. Das aber zerstört Ozonmoleküle, also jene schützende Schicht, die die radioaktiven Strahlen der Sonne abschmettert und UV-Schäden an der Natur und bei Menschen verhindert.

Das Team um Tabazadeh, Forscher aus den USA und Schottland, kam dem Prozess bei der Analyse von Satellitendaten auf die Spur, die den Salpetersäure-Abbau über der Antarktis aufzeigten. Die Forscher ziehen den Schluss, dass die PSC-Wolken sich wegen der niedrigeren Temperaturen über der Antarktis länger halten. Das heißt, dass der Nordpol bisher nur wegen seiner etwas höheren Temperaturen einem entsprechenden Ozonschwund entgangen ist. Bei weiterhin zunehmenden Treibhausgas-Emissionen aber dürften die "fehlenden" Kältegrade bald aufgeholt sein und die Bedingungen der Arktis denen der Antarktis gleichen, heißt es in "Science".

Warentester: Die billigsten Sonnenschutzmittel sind die besten

Erfreulich angesichts dieser Perspektive: Für Sonnenschutzmittel müssen Ozonlochgefährdete, Urlauber oder Sonnenanbeter nicht zu tief in die Tasche greifen. Die preiswertesten Lotionen und Sprays zählen sogar zu den besten. Dieses Fazit zieht die Stiftung Warentest in Berlin nach einer Prüfung von insgesamt 15 Lichtschutzmitteln. Dabei erhielten auch Mittel die Note "sehr gut", für die pro 100 Milliliter (ml) nur rund zwei Mark ausgegeben werden müssen, heißt es in der Zeitschrift "test" (06/2000). Die teuersten Lotionen und Sprays kosteten dagegen bis zu 13 Mark pro 100 ml.

Spezielle Sonnenschutzmittel für Sportler sind meist sehr teuer - die von der Stiftung getesteten kosteten 12,50 bis 36,80 Mark pro 100 ml. Diese Präparate zeigten jedoch keine besonders guten Eigenschaften, "die diese Preise rechtfertigen würden", so die Experten. Insgesamt vergaben sie sechs Mal die Note "sehr gut", sieben Mal ein "gut" sowie einmal ein "befriedigend". Die beiden billigsten Präparate - Schlecker/AS Sun Sonnenmilch und dm/Sun Dance Sonnenmilch mit Preisen von 2,40 Mark beziehungsweise zwei Mark je 100 ml - erhielten zugleich die besten Noten.

© 2000 dpa/gms/MEDI-Report: www.medi-report.de