N A C H R I C H T E N 23.05.2000 Patienten liegen immer kürzer im Krankenhaus - Behandlungsfälle und Personalbelastung nehmen zuWiesbaden/Stuttgart (MEDI-Report) - Krankenhauspatienten werden in Deutschland immer kürzer stationär versorgt, gleichzeitig steigt aber die Zahl der Behandlungsfälle. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, lag der durchschnittliche Krankenhaus- Aufenthalt eines Patienten nach neuesten Zahlen von 1998 bei 10,8 Tagen. Das waren drei Tage weniger als noch 1993. Allerdings nahm die Zahl der Krankenhausbehandlungen seit 1994 um 1,4 Millionen auf 15,9 Millionen zu.Häufigste Gründe für einen stationären Aufenthalt sind seit Jahren Kreislauferkrankungen. 17 Prozent aller Behandlungen erfolgten wegen solcher Gesundheitsstörungen. Zwölf Prozent wurden wegen Krebs oder gutartiger Tumore behandelt. An dritter Stelle standen Verletzungen und Vergiftungen mit zehn Prozent vor Magengeschwüren und anderen Krankheiten der Verdauungsorgane mit knapp zehn Prozent. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Behandelten waren Frauen. Bei ihnen war die häufigste Ursache mit 15 Prozent ebenfalls eine Kreislauferkrankung, danach folgten Schwangerschaften sowie Tumorerkrankungen (je zwölf Prozent). Jeder fünfte männliche Patient litt an einer Kreislauferkrankung. Verletzungen, Vergiftungen sowie Tumorerkrankungen folgten mit jeweils zwölf Prozent. Bei psychischen Erkrankungen lag die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus mit 27,8 Tagen am höchsten, am kürzesten war die stationäre Behandlung nach einer Entbindung mit 5,9 Tagen. Krankenhäuser beklagen zunehmende Belastung des Pflegepersonals Die Krankenhäuser im Südwesten klagen über zunehmende Belastung ihres Pflegepersonals. Mit immer weniger Personal müssten immer mehr und immer ältere Patienten behandelt werden, stellte der Direktor der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Josef Siebig, am Dienstag in Stuttgart fest. Durch die Sparpolitik im Gesundheitswesen seien die Kliniken zu einem weiteren Personalabbau gezwungen, sagte Siebig. So seien allein im "patientennahen" Bereich - Pflegepersonal und Ärzte - in den vergangenen drei Jahren 500 Stellen gestrichen worden. Insgesamt fielen an den 300 Krankenhäusern in diesem Zeitraum 3.800 Stellen weg. Weil die Krankenhäuser ihre Patienten möglichst frühzeitig in die gewohnte Umgebung entließen, verblieben dort nur schwere Pflegefälle. Siebig: "Den einfachen Krankenhauspatienten gibt es nicht mehr." An den Kliniken des Landes versorgen knapp 40.000 Bedienstete jährlich etwa 1,8 Millionen Patienten. © 2000 dpa/MEDI-Report: www.medi-report.de |