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18.05.2000

Ersatzkassen-Chef Rebscher: Solidarische Krankenversicherung gefährdet

Saarbrücken (dpa) - Der Vorstandschef der Verbände der Ersatz-Krankenkassen, Herbert Rebscher, sieht das System der solidarischen Krankenversicherung in Deutschland gefährdet. Das deutsche Gesundheitswesen habe die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben in Europa bei einem gleichzeitig laut OECD-Studie nur mittelmäßigen Ergebnis, sagte Rebscher in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Saarbrücken.

Die Beitragssätze der rund 500 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland schwanken laut Rebscher derzeit für die Versicherten zwischen unter 11,0 und 15,5 Prozent. Über einen Risikostrukturausgleich bekämen aber ausgerechnet diejenigen neuen Krankenkassen, die fast nur gesunde junge Menschen im Alter unter 30 Jahren aufnähmen, noch Geld von denjenigen Krankenkassen, die mehr Kranke unter den Mitglieder hätten. Rebscher verlangte vom Gesetzgeber Änderungen der entsprechenden Krankenkassen-Zulassungen und des Risikostrukturausgleiches.

Zu Berichten, er habe in jüngster Vergangenheit einen Mindest-Beitragssatz von 12,7 Prozent für die deutschen Krankenkassen und nur noch am Erfolg orientierte Honorare für Ärzte und Krankenhäuser gefordert, erklärte Rebscher, er habe sich in dieser Form nicht geäußert. Er befürwortete aber die 170 Modellversuche, bei denen erfolgsorientierte Behandlungsformen im Gesundheitswesen in unterschiedlicher Form schon erprobt würden.

In Deutschland werden laut Rebscher rund 5.000 Mark pro Kopf und Jahr oder zehn Prozent des Brutto-Inlandsprodukts für Gesundheit ausgegeben. 230 Millionen Mark davon tragen die gesetzlichen Krankenkassen, unter denen die Ersatzkassen wie Barmer und DAK sowie die Allgemeinen Ortskrankenkassen einen Anteil von jeweils etwa 40 Prozent haben.

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