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27.04.2000

Hoffnung nach jüngstem Erfolg: Gentherapien besser als ihr Ruf

Washington (dpa) - Ein jüngster gentherapeutischer Erfolg bei Kleinkindern mit einer ererbten Immunkrankheit stimmt Experten hoffnungsvoll. Er lasse den Schluss zu, dass Gentherapien doch besser sind als ihr Ruf und bisher nur von den typischen Fehlschlägen neuer Technologien gelitten haben, heißt es im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 288, S.699) vom Freitag. Die Kinder litten an dem schweren kombinierten Immundefekt SCID, der oft bereits in den ersten Lebensjahren zum Tode führt.

Einem französischen Team um Marina Cavazzana-Calvo und Salima Hacaln-Bay ist es nun gelungen, zwei Kinder mit der Xl-Version der Immunkrankheit zu gesunden Abwehrkräften zu verhelfen. Drei Monate nach der ersten Behandlung konnten die beiden kleinen Patienten die Isolierstation im Krankenhaus verlassen und führen seitdem ein normales Leben im Umkreis ihrer Familien.

Das französische Team entnahm Blut bildende Stammzellen aus dem Knochenmark der kleinen Patienten. Diese können sich nach Bedarf zu verschiedenen Abwehrzellen entwickeln. Im Labor schleusten sie mit Hilfe eines Virus eine gesunde Version des bei den Patienten mutierten Gens in die Stammzellen ein. Anschließend injizierten Sie diese den beiden Kindern.

Die Daten der ersten zehn Monate seit dem gentherapeutischen Eingriff seien "äußerst ermutigend", schreibt ein Kollege der beiden Französinnen, French Anderson von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles. Allerdings müssten die beiden Kinder noch weitaus länger beobachtet werden, bevor ein abschließendes Urteil möglich sei. Dagegen hatten andere gentherapeutische Experimente in den USA wenig Erfolg oder sogar Misserfolge gebracht und zum unnötigen Tod eines 18-jährigen mit einer für ihn ungefährlichen Erbkrankheit geführt.

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