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14.04.2000 Beitragserhöhungen für Privatversicherte: Längere Lebenserwartung erfordert Aktualisierung der Sterbetafel in der PKVKöln/München (MEDI-Report) - Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat Beitragserhöhungen angekündigt. Der Grund: Die Lebenserwartung der Privatversicherten sei stärker gestiegen als bislang prognostiziert. Im Durchschnitt dürfte die Erhöhung bei zwei Prozent liegen, teilte der PKV-Verband am Donnerstag in Köln mit. Diese Anpassung an die bestehenden Tarife könne allerdings auf einen Zeitraum von fünf Jahren verteilt werden.
Für die zur Allianz Gruppe gehörende Vereinte Krankenversicherung AG (Vereinte Kranken), München erklärte Vorstandsmitglied Wilfried Johannßen: "Die PKV hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und passt heute ihre Sterbetafeln auch bei kleineren Änderungen regelmäßig an, um so große Sprünge bei der Anpassung der demografisch bedingten Sterbewahrscheinlichkeit zu vermeiden". Nach Berechnung der Vereinten Kranken werde die Einführung der PKV-Sterbetafel 2001 im Vergleich zur Einführung der Sterbetafel 2000 im Jahr 1995 lediglich ein Drittel der damals notwendigen Beitragsanpassungen im Neugeschäft betragen.
In der Pflegeversicherung ist der Bedarf deutlich höher, weil der Versicherungsschutz fast ausschließlich die älteren Kundenjahrgänge betrifft. Die Berechnungen, die der PKV-Verband für die gesamte Branche anstellt, haben durchschnittliche Steigerungen von 15 Prozent ergeben. Die Branche will den Mehrbedarf durch Mittel aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) stark abmildern. Für ältere Versicherte ab dem 56. Lebensjahr in den Alten Bundesländern und ab dem 51. Jahr in de neuen Bundesländern, stellte Johannßen klar, komme es sowieso zu keiner Beitragserhöhung, weil diese durch den vom Gesetzgeber vorgeschriebene Höchstbeitrag (109,66 DM Alte Bundesländer/ 90,52 DM Neue Bundesländer) geschützt sind. Exakte Angaben sind erst mit der Neukalkulation Anfang 2001 möglich.
Die neue PKV-Sterbetafel, die mit dem Bundesaufsichtsamt abgestimmt wurde, beruht auf Daten von 1992 bis 1998 für Privatversicherte und enthält eine Prognose bis 2005. Danach liegt die Lebenserwartung neugeborener Mädchen bei 85,5 Jahren und Jungen bei 80,8 Jahren. Die vom Statistischen Bundesamt prognostizierte Lebenserwartung für die Gesamtbevölkerung erreiche 79,7 Jahre bei den Frauen und 73,3 Jahre bei den Männern.
Die private Krankenversicherung sei durch ihr Kalkulationsverfahren, das Anwartschaftsdeckungsverfahren, auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung in der Bevölkerung im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung vorbereitet. Dazu trage auch die Aktualisierung der Sterbetafel bei. Johannßen: "Das Finanzierungssystem der privaten ist das bessere!" Das werde auch in bezug auf die Stabilisierung der Beiträge im Alter deutlich, für die die PKV durch eigene Mittel, durch den zehnprozentigen gesetzlichen Beitragszuschlag und durch die 90prozentige Verwendung der erwirtschafteten Zinsüberschüsse sorgt. (dpa/ots/MR) |