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21.03.2000

Explosion der Beiträge zur Krankenversicherung: Dramatisches Wachstum bis 2030 von 13,5 Prozent auf 18 Prozent

München (dpa) - Die Beiträge zur Sozialversicherung werden nach Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums ohne einschneidende Reformen bis zum Jahr 2030 dramatisch steigen. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf ein internes Papier berichtet, erwartet das Ministerium einen Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge von jetzt 41 auf 47,3 Prozent.

Nach den Prognosen werden die Sätze zur Krankenversicherung von 13,5 Prozent (West) auf 18 Prozent steigen. Bei der Pflegeversicherung werden sich die Beiträge bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Für die Rentenversicherung müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber demzufolge dann mindestens 23,9 Prozent des Bruttolohns abführen, derzeit sind es 19,3 Prozent. Nur bei der Arbeitslosenversicherung werde wegen der demographischen Entwicklung mit einem sinkenden Beitragssatz gerechnet.

Arbeitsminister Walter Riester (SPD) kommentierte die Zahlen laut "Focus" mit den Worten: "Wer feststellt, dass die Lage dramatisch ist, dem würde ich nicht widersprechen." Das neue Mitglied im Sachverständigenrat, Bert Rürup, der auch Riester in Rentenfragen berät, sprach sich für Einschnitte bei der Rentenversicherung aus: Das Rentenniveau solle gesenkt, das Eintrittsalter erhöht und die Frühverrentung unattraktiver gemacht werden. Auch die Haushaltspolitiker Oswald Metzger (Grüne) und Carsten Schneider (SPD) forderten einschneidende Reformen bei den Sozialversicherungen.