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21.03.2000 Gesundheitsministerin Fischer will "Besitzstände aufbrechen": Krankenhäuser müssen mehr Wettbewerb entwickelnBonn (dpa) - Die Krankenhäuser müssen sich nach den Worten von Gesundheitsministerin Andrea Fische (Grüne) zu wettbewerbsfähigen Gesundheitszentren entwickeln. Bei der 15. Malteser Krankenhaustagung sagte die Ministerin am Freitag in Bonn, die Krankenhäuser müssten wie alle Unternehmen durch eine Verbesserung ihrer Aufbauorganisation und eine Neuausrichtung ihrer internen Abläufe Kosten sparen. Gleichzeitig seien sie verpflichtet, die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter ebenso wie der Patienten zu erhöhen. Die Anliegen der Patienten sollten in Zukunft stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.
Schwerpunkte der Gesundheitsreform 2000 sind nach Darstellung Fischers "mehr Patientennähe, mehr Qualität, mehr Kooperation zwischen den Leistungsbereichen und sinnvoller Wettbewerb um gute Lösungen". Mit der Einführung des vollständig pauschalierten Entgeltsystems im Krankenhaus soll eine leistungsorientierte Vergütung geschaffen werden. Das neue Entgeltsystem schaffe mehr Transparenz.
Es würden jetzt zum Beispiel Vergleiche zwischen Abteilungen mit ähnlichen Krankheitsfällen möglich. Das System liefere eine Grundlage, auf der Verwaltung und Medizin sich über notwendige Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation in den Kliniken verständigen können. Sonderentgelte in der heutigen Form werde es nicht mehr geben. Das Geld müsse der Leistung folgen.
"Und das geht nur, wenn die Rahmenbedingungen so sind, dass Besitzstände aufgebrochen werden können." Das Entgeltsystem gebe den Kliniken eine "rationale Diskussionsgrundlage für die erforderlichen Maßnahmen an die Hand." Zum ersten Mal sei der Krankenhausbereich bundesweit mit 0,1 Prozent unterhalb der durchschnittlichen Ausgabensteigerung und im Rahmen der beitragspflichtigen Einnahmen geblieben.
Die Ministerin gestand zu, dass die Pflegekräfte mit ständig wachsenden Arbeitsdruck und steigenden Belastungen fertig werden müssen. Es werde beklagt, dass die Einsparungen besonders zu Lasten des Pflegepersonals vorgenommen werden. Deshalb müssten krankenhausinterne Strukturen und Abläufe überdacht und vor allem patientennäher sowie aktiver organisiert werden. Die Pflegekräfte sollten von pflegefremden Tätigkeiten entlastet werden. Dann könnten dem Personal angemessene Arbeitsbedingungen geboten werden.
Der Malteserorden betreibt in Deutschland zehn Krankenhäuser, eine Fachklinik für Naturheilverfahren, zwei stationäre Hospize und zehn Altenhilfeeinrichtungen. Insgesamt versorgen die Malteser in diesen Einrichtungen jährlich rund 72.000 Patienten und Pflegebedürftige. In den Einrichtungen sind etwa 4.300 Mitarbeiter beschäftigt. |