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17.03.2000 Gesundheitsrisiko minimieren: Kinder sollen täglich Sport treibenLudwigsburg (dpa) - Kinder sollen täglich in der Freizeit und in der Schule Sport treiben. Diese Resolution fassten die Teilnehmer an dem vom Landesinstitut für Schulsport in Ludwigsburg organisierten Kongress "Kinder brauchen Bewegung". Außerdem soll "der Sport als Prinzip" in allen Unterrichtsfächern sichtbar werden. Formuliert wurde von den Sportpädagogen auch die Forderung nach mehr Sport- und Bolzplätzen vor allem in Ballungszentren. "Unsere Kinder müssen herausgeführt werden aus dem magischen Dreieck Fernseher - Computer - Kühlschrank. Ihre gesunde Entwicklung ist wichtiger als das Ruhebedürfnis einzelner Erwachsener", sagte Landesinstitutsleiter Wilfried Hurst.
Auf die Wichtigkeit der täglichen Bewegung wies auch Privatdozent Martin Huonker hin. Der Freiburger Sportmediziner erklärte, die Zunahme der metabolischen Risikofaktoren wie Übergewicht, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck sei nicht auf eine höhere Kalorienzufuhr zurückzuführen, sondern vorwiegend auf die Abnahme der körperlichen Bewegung. "Zur Vermeidung der Einzelkomponenten dieser Risikofaktoren ist für Kinder und Jugendliche sportliche Aktivität von mindestens drei Mal 60 Minuten pro Woche angezeigt, günstigerweise im Schul- und Vereinssport", sagte der Oberarzt am Institut für Sport- und Leistungsmedizin der Universität Freiburg.
Staatssekretär Rudolf Köberle vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport verwies auf die von seinem Ministerium geschaffene "Schulsportinitiative", wofür er neben dem Landessportverband auch Eltern, Ärzte, Hochschulen und Krankenkassen als Partner gewinnen möchte. Die Schule allein könne nicht den Folgen der Bewegungsarmut begegnen. Köberle sprach auch vom "Recht jedes Kindes" auf Bewegung und einer damit verbundenen gesunden Entwicklung von Körper und Seele.
In der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz habe Köberle als Vorsitzender das Thema "Der sportschwache Schüler" als Schwerpunkt eingebracht. "Die Notwendigkeit, sich den sportschwachen Schülern verstärkt zuzuwenden, ergibt sich nicht nur aus der Befürchtung, dass diese jungen Menschen nicht am sportlichen Leben in unserer Gesellschaft teilhaben können. Wichtiger sind jene negativen Auswirkungen, die sich für eine gesunde physische und psychische Entwicklung ergeben", konstatierte der CDU-Politiker. Deshalb verändere sich auch das Aufgabenfeld der Sportlehrer. "Aus der pädagogisch geschulten Fachfrau und dem Fachmann für Bewegungslernen werden zunehmend auch Experten für Gesundheitsförderung und - erziehung", sagte Köberle. In Lehrplänen sowie bei der Lehreraus- und -fortbildung sei bereits auf die sich ändernden gesellschaftlichen Ansprüche reagiert worden. |