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N A C H R I C H T E N

26.02.2000

Kann Brustkrebsgefährdung frühzeitig aufdecken: Neuer Test braucht nur wenige Tropfen Blut

Ulm (dpa) - Ein neuer Test soll bei familiär vorbelasteten Frauen frühzeitig ein Brustkrebsrisiko aufdecken können und so Gefährdeten eine umfassende Vorsorge ermöglichen. "Es ist ein sehr einfacher und schneller Test, der auf die gestörte biologische Funktion eines Brustkrebs-Gens hinweist", sagte Prof. Günter Speit von der Abteilung Medizinische Genetik der Universität Ulm in einem dpa-Gespräch. "Die erblich vorbelasteten anfälligen Frauen sind deshalb empfänglicher für die Krankheit, weil sie in diesem Gen eine Mutation tragen."

Diese auf erhöhtes Risiko deutende Erbgutveränderung könne aber bislang nur mit sehr aufwendigen, zeitintensiven und teuren Methoden nachgewiesen werden. "Wir hingegen können diese Person mit unserem Test sehr viel schneller und günstiger identifizieren, weil wir uns das Gen nicht genau anschauen müssen", sagte der Humangenetiker. Die Untersuchung dauere nur drei Tage und koste lediglich rund 50 Mark. Der Test treffe zwar keine Diagnose und ersetze nicht die klassische Untersuchung. "Er trifft aber eine Vorauswahl gefährdeter Frauen."

Bei dem Test werden der Frau wenige Tropfen Blut entnommen und darin enthaltene Zellen mit ionisierenden Strahlen beschossen. Dann könne anhand der Reaktion der Zellkerne bestimmt werden, ob in den Zellen Erbgutschäden vermehrt auftreten, die auf eine Mutation in einem Brustkrebs-Gen hinweisen. Auf dem Gebiet der Brustkrebsforschung war diese Methode, mit dem ansonsten Substanzen auf ihre Erbgut verändernde Wirkung untersucht werden, bislang nicht eingesetzt worden. Noch ist der neue Test in der Probephase. "Wir hoffen aber, ihn in zwei bis drei Jahren einsetzen zu können", sagte Speit.