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25.02.2000 UN: Drogenmissbrauch steigt, aber zu wenig Betäubungsmittel für KrankeWien (dpa) - Obwohl weltweit der Missbrauch von Drogen steigt, stehen für Todkranke zu wenig Betäubungsmittel in Krankenhäusern zur Verfügung. Es gebe eine "beunruhigende Unterversorgung" mit Schmerzmitteln, beklagt der UN-Suchtstoffkontrollrat (INCB) in seinem am Mittwoch in Wien veröffentlichten Bericht für das Jahr 1999. Alle Staaten seien zur Bereitstellung solcher Opiate für medizinische Zwecke verpflichtet, "damit Patienten nicht unnötig leiden müssen".
Scharf kritisierte die UN-Drogenbehörde die "stillschweigende Billigung von Injektionsräumen oder Fixerstuben", wo Süchtige in einigen Ländern Drogen unter staatlicher Aufsicht erhalten. Das sei "ein Schritt auf dem Weg zur Drogenlegalisierung". In dem Bericht hieß es weiter: "Jegliche nationale, staatliche oder kommunale Behörde, die die Einrichtung und den Betrieb solcher Injektionsräume zulässt, erleichtert auch den unerlaubten Drogenhandel". Damit werde gegen das entsprechende UN-Übereinkommen verstoßen.
In Europa hat die UN-Behörde einen "beträchtlichen Anstieg" von Haschisch-Konsum festgestellt. Cannabis-Samen und Zubehör zu seiner Kultivierung würden inzwischen sogar im Internet angeboten. Inzwischen sei Albanien zu einem wichtigen Produzenten von Haschisch geworden. Das Suchtgift werde von den großen südalbanischen Feldern nach Griechenland, Italien oder Slowenien geschmuggelt, von wo es nach Westeuropa gelange. Der wichtigste Haschisch-Lieferant für Europas Süchtige bleibt aber nach diesen Informationen Marokko.
In der Schweiz habe sich der Cannabis-Missbrauch unter 15-jährigen Jugendlichen in Sekundarschulen in den letzten zwölf Jahren vervierfacht. In Frankreich habe ein Drittel aller Schüler in Gymnasien Erfahrung mit Cannabis. In Paris liege ihr Anteil bei über 40 Prozent. In Deutschland hätten 69 Prozent aller Jugendlichen, die zu Techno-Partys gehen, Cannabis genommen.
Der Heroinverbrauch ist in Europa in den letzten Jahren unverändert geblieben, berichtete die UN-Behörde weiter. 80 Prozent des Heroins werde nach wie vor aus Asien über die Balkanroute geschmuggelt. Die beiden weltweit größten Opiate-Lieferanten seien Afghanistan und Birma geblieben. Die Erfolge im Kampf gegen den Kokain-Anbau in Bolivien und Peru sind nach Beobachtung der UN- Experten jedoch durch die vergrößerte Produktion in Kolumbien zunichte gemacht worden.
Unter Europas Jugendlichen ist nach Beobachtung der UN- Drogenbehörde die stärkere Einnahme synthetischer Drogen Besorgnis erregend. Solche Drogen wie zum Beispiel Ecstasy stehen danach inzwischen schon auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala. Die Niederlande seien nach wie vor das wichtigste Land als Hersteller und Händler. |