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N A C H R I C H T E N

23.02.2000

Edle Blässe ist gesünder: Jährlich 100.000 neue Hautkrebsfälle in Deutschland

München (dpa) - In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 100.000 Menschen an Hautkrebs, rund 3.000 Patienten sterben daran. Darauf hat der Dermatologe Prof. Eckhard Breitbart von der deutschen Kommission zur Früherkennung und Prävention von Hautkrebs am Mittwoch in München hingewiesen. Hautkrebs sei der weltweit am häufigsten auftretende Krebs. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention starten an diesem Donnerstag eine bundesweite mehrwöchige Kampagne zur Früherkennung. Dabei werden die Bürger aufgefordert, regelmäßig ihre Pigmentmale auf der Haut untersuchen zu lassen.

Der Hautkrebs sei der einzig sichtbare Krebs und bei einer Früherkennung heilbar. Besonders Männer, aber auch Frauen nähmen die Möglichkeit einer frühzeitigen Erkennung jedoch viel zu wenig wahr. Männer sterben nach seinen Angaben häufiger als Frauen an Schwarzem Hautkrebs. Eine mögliche Ursache sei, dass Männer seltener und später zum Arzt gehen als Frauen. Neben dem malignen Melanom (Schwarzer Hautkrebs) gehören zu den Hautkrebserkrankungen auch der Basalzellkrebs und der Stachelzellkrebs. Diese beiden Arten bilden jedoch seltener Tochtergeschwülste als das maligne Melanom, berichtete Breitbart.

Wer mehr als 40 Pigmentmale am gesamten Körper aufweist, hat ein sieben- bis 15-fach höheres Risiko, am malignen Melanom zu erkranken. Sonnenbrände in der Jugend erhöhen das Risiko um das Zwei- bis Dreifache. Kinder sollten deshalb besonders gut geschützt werden, sagte Breitbart. "Die Haut vergisst nichts." Für den Sommer und den Urlaub müsse gelten: "Mittagssonne meiden, anziehen, eincremen".

Personen mit hellem Hauttyp, mit rötlichen oder blonden Haaren, mit Neigung zu Sommersprossen und Sonnenflecken hätten je nach Kombination der Risikofaktoren ein bis zu 100-fach erhöhtes Risiko, im Verlauf ihres Lebens an Schwarzem Hautkrebs zu erkranken.

Die Hautkrebserkrankungen in Deutschland nähmen jährlich um rund sieben Prozent zu, sagte Malte Wittwer von der Deutschen Krebshilfe. "Die Ursachen liegen in der Vergangenheit: sorgloser Umgang mit Sonnenlicht und UV-Bestrahlung." Sonnenbrände verursachten Schäden, die niemals aus der Haut verschwänden. Eltern sollten für ihre Kleinen auch die Anschaffung von sonnenschützenden T-Shirts erwägen, bei denen das Gewebe dichter sei.