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N A C H R I C H T E N

22.02.2000

Schlanke Linie: Appetitzügler nicht nur ungeeignet, sondern auch schädlich

Frankfurt/Main (dpa) - Appetitzügler können nach Erkenntnissen des "Öko Test"-Magazins nicht zur schlanken Linie verhelfen. Die als Schlankmacher angepriesenen Pillen und Kapseln seien nicht nur zum Abspecken ungeeignet, manche von ihnen hätten auch schädliche Nebenwirkungen, heißt es im März-Heft des Frankfurter Magazins. Für kein einziges von 22 untersuchten Präparaten hätten die Hersteller einwandfrei nachweisen können, dass sie dauerhaft das Abnehmen erleichtern. In den meisten Präparaten sind pflanzliche Substanzen als Wirkstoffe eingesetzt.

Dauerhafte Gewichtsabnahme sei nur möglich, wenn die Ernährungsgewohnheiten konsequent geändert werden, heißt es in "Öko Test". Dabei solle langsam und bewusst gegessen werden, auf eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen aus Obst, Gemüse und Getreide sei zu achten. Seinen Appetit könne verringern, wer vor dem Essen ein Glas Wasser trinkt.

Das einzige chemische Mittel, das die Tester untersuchen ließen, enthält nach dem Bericht den Wirkstoff Ephedrinhydrochlorid kombiniert mit dem Abführmittel Phenolphthalein. Für dieses frei verkäufliche Mittel sei mindestens die Rezeptpflicht zu fordern, zitiert "Öko Test" den Pharmakologen Gerd Glaeske (Bremen). Eigentlich gehöre das Präparat vom Markt.

Gefahren bergen nach Darstellung von "Öko Test" auch Mittel, die zu viel Jod enthalten. In einem der drei untersuchten jodhaltigen Präparate seien 300 Milligramm Jod pro Kilogramm gefunden worden. Wer die empfohlene Tagesdosis dieses Mittels einnehme, komme auf das Doppelte der vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz empfohlenen täglichen Jodmenge. Jodhaltige Mittel sollten den Stoffwechsel ankurbeln und so überflüssige Pfunde schmelzen lassen. Zwar rege Jod die Schilddrüse an, aber es sei nicht erwiesen, dass es auch beim Abnehmen hilft. Stattdessen könnten innere Unruhe und Nervosität auftreten.

Harmloser, aber von ebenso zweifelhaftem Nutzen seien Präparate mit Trockenextrakten aus Birkenblättern, Schachtelhalm oder Gartenbohnenhülsen, die das Abnehmen mit Entwässern unterstützen sollen. Beim dauerhaften Abnehmen komme es aber nicht auf verstärkte Wasserausscheidung an, denn Übergewichtige hätten nicht mit zu viel Wasser, sondern mit zu viel Fett zu kämpfen, schreibt "Öko Test". Zweifelhafte Wirksamkeit bescheinigt das Magazin auch Mitteln, die mit Ballast- oder Quellstoffen den Magen füllen und satt machen sollen. Tabletten, die Fasern aus Zitrusobst enthalten, seien häufig mit Pestiziden belastet.

 
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