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  ISSN 1610-6237  Hrsg. v. Dietmar G. Luchmann, Stuttgart  Redaktion: redaktion@medi-report.de   Tel 0190-877924   Fax 0190-836015-974
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N A C H R I C H T E N

20.02.2000

Prof. Dietrich Grönemeyer: Deutschland verliert Spitzenstellung in Medizintechnologie

Bochum (dpa) - Deutschland ist nach Ansicht des Bochumer Mediziners Prof. Dietrich Grönemeyer auf dem besten Wege, seine Spitzenstellung als Medizinstandort zu verlieren. "Zahlreiche Firmen wandern mit ihren Erfindungen ins Ausland ab oder werden dorthin verkauft", sagte Grönemeyer am Samstag in einem dpa-Gespräch. Die Folge sei, dass Neuentwicklungen inzwischen teuer eingekauft werden müssten. In der Elektromedizin mit Produkten wie dem EKG oder dem Computertomographen seien auf diese Weise seit 1992 ein Viertel der 27.000 Arbeitsplätze und des Umsatzes verloren gegangen.

Ursache für die Entwicklung ist nach Ansicht Grönemeyers der stiefmütterliche Umgang von Krankenkassen, Politik und auch Medizinern mit technologischen Fortschritten. Die Anerkennung komme meist erst, wenn das Ausland die Erfindung nutze. Als Beispiel nannte der Leiter des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie der Privatuniversität Witten/Herdecke Erfindungen wie die Endoskopie oder die Gefäßkatheder. Hier zu Lande als nicht wichtig erachtet, sei die Endoskopie nach Japan verkauft worden und stelle heute einen Milliardenmarkt dar. Auf gleiche Weise seien Gefäßkatheter über die Schweiz in die USA gegangen und müssten heute teuer eingekauft werden.

"Wir dürfen uns die Medizin und Medizintechnik nicht aus der Hand nehmen lassen", sagte Grönemeyer. Durch medizinische Fortschritte lasse sich viel Geld sparen. Wenn mit ultraschnellen Computertomographen frühzeitig Erkrankungen der Herzkranzgefäße erkannt und behandelt werden, könnten immense Folgekosten gespart werden. "In Deutschland wird aber seit 20 Jahren vergeblich versucht, die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen."

 
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