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N A C H R I C H T E N

20.02.2000

Alzheimer-Krankheit: Ursache ist möglicherweise ein verkürztes Protein

Erlangen (dpa) - Ein verkürztes Protein könnte möglicherweise die Alzheimer-Krankheit mit verursachen. Wissenschaftler der Molekularen Immunologie an der Universitätsklinik Erlangen-Nürnberg untersuchen derzeit im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts einen möglichen Zusammenhang, teilte die Universität am Samstag mit.

Das verkürzte Protein entsteht nach Erkenntnissen der Forscher durch einen Fehler beim Ablesen von Erbinformation und lagert sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten ab. Unklar sei unter anderem, warum das fehlerhafte Eiweiß dort nicht gleich wieder abgebaut werde, hieß es. Normalerweise würden fehlerhafte Proteine im Körper erkannt und beschleunigt abgebaut.

Die defekten Proteine lagern sich in so genannten "Plaques" ab, das sind mikroskopisch kleine Strukturen im Gehirn von Alzheimer-Patienten, die wie rundliche Flecken aussehen. Die Forscher vermuten, dass die Eiweiße maßgeblich an der Bildung dieses für die Alzheimer-Krankheit typischen Symptoms beteiligt sind. Die veränderten Proteine könnten die Leistung der Gehirnzellen beinträchtigen und damit die zum Krankheitsbild der so genannten Altersdemenz beitragen, meinen die Wissenschaftler.

Erste Anhaltspunkte für ein fehlerhaftes Lesen von genetischen Informationen haben die Forscher auch bei Down-Syndrom-Patienten entdeckt. Bei ihnen werde eine ähnliche Schädigung des Gehirns beobachtet wie bei Alzheimer-Patienten.

Die Forschergruppe will neben Gehirnmaterial verstorbener Alzheimer-Patienten auch Bindegewebe von Gesunden und Erkrankten untersuchen. Dabei sollen verschiedene biochemische und molekularbiologische Techniken angewendet werden. An der Studie beteiligen sich neben den Erlanger Forschern auch Wissenschaftler von Universitäten in den Niederlanden, Italien und den USA. Die Untersuchung wird vom Human Science Frontier Project mit 1,4 Millionen Mark für drei Jahre gefördert.