London (MEDI-Report) - Immer mehr junge, berufstätige Menschen knirschen nach Angaben britischer Ärzte im Schlaf mit den Zähnen. Die Folgen seien oft Kopf- und Zahnschmerzen, ein schmerzender Unterkiefer oder Töne im Ohr. Das Knirschen sei auch schlecht für Plomben und für das Aussehen der Zähne. "Es nimmt ganz sicher zu, und einer der Gründe dafür ist der zunehmende Stress im Beruf und im Leben überhaupt", sagte der Geschäftsführer der Britischen Stiftung für Zahngesundheit, Nigel Carter, am 27.01.2000 in der Zeitung "The Guardian" (London).
Mehr und mehr junge Leute zwischen 20 und 40 Jahren hätten Zähne, die so abgewetzt seien, wie man dies eigentlich erst bei wesentlich Älteren erwarten würde. Die wenigsten wüssten aber, woher dies komme. Viele hätten auch die Angewohnheit, die Zähne tagsüber zusammenzubeißen, wenn sie sich konzentrierten und die Hände bewegten, etwa beim Tippen auf einer Computer-Tastatur. Im fortgeschrittenen Stadium mache das Zähne knirschen Krach "wie eine Kreissäge". Oft könnten dann nachts nur Gebiss-Schützer aus Plastik helfen.
Die zahnärztlichen Hilfsmittel setzen jedoch nicht an der Ursache des Problems an. Wirksamer und effizienter ist es, einen gesünderen Umgang mit Stress zu erlernen. Am besten hierzu geeignet hierzu ist eine Psychotherapie, z.B. kognitive Therapie. Im Spannungsfeld zwischen beruflicher Höchstleistung beim Konkurrenzkampf auf der einen Seite und dem Erhalt der körperlichen und psychischen Unversehrtheit auf der anderen Seite hilft kognitives Training, ruhig und locker zu werden und zu bleiben. So wie der Wettbewerb zwischen den Konzernen heute zu einem erheblichen Teil über psychologisches Know How geführt wird, so sinnvoll ist es auch für den einzelnen Menschen, sich psychologischen Wissens für das ganz persönliche Wohlbefinden und berufliche Überleben zu bedienen. "Ein weitsichtiges Management großer Konzerne bietet seinen Mitarbeitern psychotherapeutische Beratung heute in geeigneter Form bereits an", so die Psychotherapeutin und Neurologin Carmen Heerdegen vom Stuttgarter ABARIS Institut für Psychotherapie (
www.psychotherapie.de), "denn die wahren Kosten für Reibungsverluste in der betrieblichen und zwischenmenschlichen Kommunikation sind dramatisch höher als nur abgewetzte Zähne".
Moderner Konkurrenzkampf: Immer mehr Psychoterror am Arbeitsplatz - 12.02.2000