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30.01.2000 Volksgesundheit und Wirtschaftswachstum: WHO-Report soll Zusammenhang zwischen Krankheit und Armut nachweisenGenf (dpa) - Krankheit und Elend sind nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine der Hauptbarrieren für die wirtschaftliche Entwicklung armer Länder. Die Organisation hat deshalb am Dienstag in Genf eine hochkarätige Expertenkommission ins Leben gerufen. Sie soll die Zusammenhänge zwischen Volksgesundheit und Wirtschaftswachstum wissenschaftlich beleuchten und konkrete Vorschläge machen, wie das Dilemma armer Länder gelöst werden kann.
"Gesundheit hat nicht nur einen individuellen humanitären Wert, sondern spielt auch eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung", sagte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland in Genf. "Es zahlt sich aus, in Gesundheit zu investieren".
Nach dem Muster des unter ihrer Leitung in den 80er Jahren entstandenen Brundtland-Reports zum Thema Wirtschaft und Umwelt soll der Bericht der Expertenkommission konkret belegen, wie Investitionen in den Gesundheitssektor Armut reduzieren und Wirtschaftswachstum fördern können. Der Brundtland-Report hatte den Begriff der nachhaltigen Entwicklung geprägt und war Wegbereiter für die erste UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro.
Die Expertenkommission "Makroökonomie und Gesundheit" wird von dem amerikanischen Harvard-Professor für Internationale Entwicklung, Jeffrey Sachs, geleitet. Unter den 15 Mitgliedern sind Mitarbeiter der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds, Minister und führende Kapazitäten aus den Gebieten Wirtschaft und Gesundheit.
"Der Bericht wird den Geberländern konkrete Möglichkeiten aufzeigen, wo größere Entwicklungshilfeinvestitionen im Gesundheitssektor einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Landes haben können", sagte Sachs. Der Bericht der Kommission soll Ende nächsten Jahres veröffentlicht werden. |