N A C H R I C H T E N

30.01.2000

Unions-Sozialminister einig: Tropenmedizin muss verbessert werden

Würzburg (dpa / MEDI-Report) - Nach dem ersten tödlich verlaufenen Lassa-Fieber-Fall in Deutschland haben sich die Sozialminister mehrerer Unions-regierter Länder für eine Verbesserung der Tropenmedizin ausgesprochen. Die Versorgung von Patienten mit entsprechenden Infektionen müsse in Deutschland auf mögliche Defizite hin überprüft werden, erklärte die bayerische Sozialministerin Barbara Stamm (CSU) am Freitagabend bei einem Treffen mit Kollegen in Würzburg. Man habe vereinbart, das Thema bereits bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni auf die Tagesordnung zu setzen.

Eine 23-jährige Frau aus Schwäbisch Hall war Anfang Januar bei einer Reise nach Ghana und an die Elfenbeinküste am Lassa-Fieber erkrankt. Am 15. Januar starb die Studentin in der Missionsärztlichen Klinik Würzburg.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat sich nach dem Tod der an Lassa-Fieber erkrankten Studentin in Würzburg für eine bessere bundesweite Zusammenarbeit bei Seuchenfällen ausgesprochen. "In Deutschland muss die Möglichkeit bereit gehalten werden, dass Menschen mit schweren Tropenerkrankungen sofort angemessener medizinischer Behandlung zugeführt werden können", sagte RKI-Sprecher Edgar Muschketat am 17.01.2000.

Vorschläge dazu, wie diese Aufgabe deutschlandweit bewältigt werden könne, habe das RKI vor einem halben Jahr unterbreitet. Dazu zählten die Einrichtung beziehungsweise der Erhalt der Seuchenzentren mit Isoliereinheiten in Hamburg, Berlin, Leipzig, München und Frankfurt/Main. Diese "Kompetenzzentren" sollten in ständigem Meinungsaustausch miteinander stehen. Die Erstversorgung von Patienten mit Tropenkrankheiten müsse in jedem deutschen Krankenhaus gewährleistet sein. Zuständig für die Umsetzung dieser Vorschläge seien die Länder, von dort stünden aber entsprechende Rückmeldungen noch aus.