N A C H R I C H T E N

28.01.2000

KBV-Beschlussantrag zu den Psychotherapie-Punktwerten zurückgezogen: Geplantes "System zur Änderung und Stabilisierung der Punktwerte" kommt nicht

Stuttgart (MEDI-Report) - Der Beschlussantrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KÄBV/KBV), der einheitlich und bundesweit einen Psychotherapie-Punktwert von nur rund 6,8 Pfennige im Jahr 2000 vorsah, ist nach MEDI-Report zugegangenen Informationen vom KÄBV-Vorstand auf einer Geschäftsführertagung vorerst wieder zurückgezogen worden. Dr. Manfred Richter-Reichhelm habe Vertretern der Psychotherapeutenverbände, die den von der KÄBV geplanten Punktwert als Provokation empfunden hatten, zugesagt, "die Berechnung erneut prüfen zu lassen".

MEDI-Report hatte über diese Beschlussvorlage berichtet, die das wegweisende BSG-Urteil vom 25.08.1999 zu den Psychotherapie-Honoraren völlig ignorierte (Gehe zu MEDI-Report Nachrichten vom 24.01.2000). Die obersten deutschen Sozialrichter hatten in ihrem Urteil B 6 KA 14 98R festgestellt, dass "derzeit grundsätzlich ein Anspruch auf Honorierung dieser Leistungen mit einem Punktwert von mindestens 10,0 Pf." besteht (Hervorhebung von der Red.). Als die abenteuerlichen Berechnungen der KÄBV bekannt wurden, waren sie auf die empörte Ablehnung der Psychotherapeutenverbände gestoßen. Die Situation vor der Sitzung des Fachausschusses Psychotherapie in der kommenden Woche war als "explosiv" bezeichnet worden.