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26.01.2000 Ärzte warnen vor dem Pillen-Kauf über das Internet: Besondere Vorsicht ist bei "harten" Medikamenten gebotenHamburg (dpa). Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt vor dem Pillen-Kauf über das Internet. Die gesundheitlichen Gefahren seien groß, weil der Kunde nicht wisse, "woher die Medikamente kommen, wie sie gelagert wurden, und ob sie überhaupt geprüft wurden", sagte Kommissionsmitglied Karl-Heinz Munter in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "vital".
Die Kommission habe bei Medikamenten aus dem Internet wiederholt Mängel festgestellt: "Das Verfallsdatum war abgelaufen oder der auf der Packung angegebene Wirkstoff stimmte nicht mit den Tabletten überein", erklärte Munter. Außerdem seien Beipackzettel entweder überhaupt nicht oder nur in fremder Sprache vorhanden gewesen. Bei einem Mittel, das gegen Depressionen helfen sollte, habe es sich tatsächlich um ein Anti-Epileptikum und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen gehandelt. "So etwas kann lebensbedrohend sein", betonte der Mediziner.
Doch nicht nur der Internet-Kauf "harter" Medikamente, die in Deutschland eigentlich nur gegen Rezept abgegeben werden, berge Gefahren. So werde im Internet das Vitamin-A-Präparat "Retin A" als Aknemittel vermarktet. Das Mittel könne bei ungeborenen Kindern zu schwersten Missbildungen führen, betonte die Arzneimittelkommission nach Auskunft von vital. Das Risiko der Internetbestellung trage der Patient allein. Die Anbieter, die mit der Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente ohne Rezept gegen deutsches Recht verstießen, seien kaum dingfest zu machen. |