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N A C H R I C H T E N

20.01.2000

Dominikanische Republik nicht mehr malariafrei: Tropenmediziner empfehlen medikamentösen Schutz vor Malaria

München (dpa) - Besucher der Dominikanischen Republik sollen sich vor Reiseantritt medikamentös gegen Malaria schützen. Diese Empfehlung hat am Donnerstag in München die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin für Badeurlauber im Südosten des Landes ausgesprochen. In den letzten Wochen seien 20 deutsche Urlauber registriert worden, die sich in dem karibischen Urlaubsland mit der gefährlichen "Malaria Tropica" infiziert haben, sagte Prof. Thomas Löscher, Leiter der Tropenmedizin im Münchner Universitätsklinikum. Bisher hatte die Dominikanische Republik als malariafrei gegolten. Für einen Aufenthalt in der Hauptstadt Santo Domingo und in den Touristikzentren im Norden des Landes reiche ein Mückenschutz aus.

Nach dem Würzburger Lassa-Fieberfall sollen in der Nähe der großen Flughäfen München, Frankfurt/Main, Berlin, Hamburg und Leipzig fünf modernste Quarantänestationen zur Behandlung hochgefährlicher tropischer Infektions- und Viruserkrankungen eingerichtet werden, berichtete Prof. Bernhard Ruf (Leipzig), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie. Diese Stationen sollen mit virussicheren Luftfilterungen, Unterdruckschleusen und der Desinfektion aller Abwässer ausgestattet werden.

Eine ausreichende Versorgung infizierter Tropenpatienten sei mit den bestehenden sechs tropenmedizinischen Einrichtungen in Deutschland nicht gewährleistet. Von den rund vier Millionen deutschen Tropentouristen kommen zwischen acht und zehn Prozent mit Erkrankungen aus dem Urlaub nach Deutschland zurück, sagte Ruf. Die meisten haben Fieber und Durchfallerkrankungen. Von den jährlich rund 1.000 eingeschleppten Malariafällen enden bis zu 30 tödlich. Ruf: "Die Malariatodesrate in Deutschland ist mit zwei bis drei Prozent international gesehen unakzeptabel hoch."

Der Münchner Infektiologe Prof. Frank-Detlef Goebel stellte der deutschen Infektionsmedizin ein verheerendes Zeugnis aus. Die Situation sei "katastrophal und desolat". Deutschland liege bei der Medizinerausbildung und der klinischen Forschung bei Infektionskrankheiten weit hinter dem internationalen Standard.

In diesem immer wichtiger werdenden Fachbereich sei nichts "strukturiert oder systematisiert", sagte Goebel. Eine Untersuchung mit Ärzten habe ergeben, dass bei Beratungen nur 60 Prozent der Mediziner den Reisenden vor Urlaubsantritt richtige Malaria-Verhaltensempfehlungen gaben. Bei den Angaben zu notwendigen Impfungen lagen den Angaben zufolge nur 40 Prozent der Ärzte richtig.

 
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