N A C H R I C H T E N

20.01.2000

Fernreisende leben gefährlich: Ärztliche Beratung unzureichend

Hamburg (dpa) - Rund drei Prozent aller deutschen Fernreisenden kehren nach Expertenangaben arbeitsunfähig wieder zurück. Rund ein Drittel davon bringe den durch Bakterien und mangelnde Hygiene verursachten typischen Reisedurchfall mit nach Hause, sagte der Leiter der Koordinierungsstelle für Reise- und Flugmedizin des Berufsgenossenschaftlichen Arbeitsmedizinischen Dienstes (BAD), Eckard Müller-Sacks am Mittwoch in Hamburg. Jeder 350. Tropenheimkehrer leide nach der Rückkehr an Hepatitis (Gelbsucht), jeder Tausendste an Malaria.

Besonders Geschäftsreisende würden sich viel zu selten ärztlich untersuchen lassen und setzten sich auf diese Weise gesundheitlichen Risiken aus, kritisierte Müller-Sacks. Lediglich etwa 40.000 der mehr als eine Million beruflichen Tropenreisenden ließen sich vor Reiseantritt ärztlich beraten oder impfen.

Bundesweit erkranken pro Jahr rund 1.000 Reisende an Malaria. Zwanzig davon sterben. Rund 40 Prozent der weltweiten Landfläche gelten nach Angaben Müller-Sacks als malariagefährdet. Der von einer Stechmücke übertragene Erreger töte jährlich weltweit rund eine Million Menschen.