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19.01.2000 Möglicher Therapieansatz für CJD: Von Experten als "vielversprechend" bezeichnetLondon/Berlin (dpa) - Ein Forscherteam hat einen ersten Therapieansatz für die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) gefunden. Wie das britische Fachjournal "The Lancet" (Bd. 354, S. 192) am Freitag berichtet, ist es den Wissenschaftlern gelungen, die krankhafte Veränderung gewisser Eiweißmoleküle (Prione) im Gehirn zu verzögern oder sogar rückgängig zu machen. "Das ist sehr vielversprechend und ein Schritt in die richtige Richtung", kommentierte Michael Baier, der am Robert-Koch-Institut (Berlin) eine entsprechende Forschungsgruppe leitet.
Krankheiten wie CJD, Rinderwahnsinn oder Scrapie entstehen, wenn gesunde Prionen im Hirn sich in eine krankhafte Form umfalten und dadurch hochinfektiös werden. Hier setzten die Wissenschaftler der Universität New York und des Schweizer Serono-Instituts an: Sie brachten infizierte Hirnproben von Scrapie-Mäusen und an CJD-gestorbenen Menschen mit bestimmten Eiweißbausteinen (Peptiden) zusammen, die diese krankhaften Beta-Faltungen rückgängig machten.
Weitere Versuche mit lebenden Scrapie-Mäusen erbrachten, dass die Infizierbarkeit der Tiere durch das Peptid um 90 bis 95 Prozent sank und der Eintritt der CJD-ähnlichen Krankheit erheblich hinausgezögert wurde.
Der Leiter des Forschungsprojekts, Claudio Soto, räumte jedoch ein, es werde noch lange dauern, bis die Peptide zur Behandlung von CJD eingesetzt werden könnten. Auch der Berliner Experte Baier warnte vor verfrühter Euphorie. In der Regel seien Peptide für eine wirksame Behandlung beim Menschen zu instabil und würden zu schnell abgebaut. "Der Ansatz ist positiv. Jetzt müssten jedoch andere Substanzen entwickelt werden, die nach dieser Strukturvorgabe wirken." |