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19.01.2000

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Schlimmstenfalls 500.000 Tote laut Studie zu erwarten

London (dpa) - An der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit könnten in Großbritannien nach Hochrechnungen schlimmstenfalls 500.000 Menschen sterben. Eine Todeszahl von mehreren Millionen, wie sie in den vergangenen Jahren rechnerisch möglich erschien, kann dagegen nun ausgeschlossen werden. Das berichtete das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" am Mittwoch unter Berufung auf das Wellcome Trust-Zentrum für die Epidemiologie infektiöser Krankheiten in Oxford.

Die Forscher haben ein Hochrechnungsmodell entwickelt, mit dem sie die Zahl der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen in den nächsten Jahren voraussagen wollen. Wegen der langen Inkubationszeit von über zehn Jahren stehe der Höhepunkt der Erkrankungen möglicherweise noch bevor. Das Hochrechnungsmodell basiert auf der Zahl der an Rinderwahnsinn (BSE) erkrankten Tiere, der Menge des in den Handel gelangten BSE-verseuchten Fleisches und dem bisherigen Verlauf der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen.

"1999 könnte so etwas wie ein Wendepunkt gewesen sein", sagte Christl Donnelly, eine der beteiligten Statistikerinnen. Im vergangenen Jahr starben in Großbritannien nach derzeitigen Informationen neun Menschen an der neuen Variante von Creutzfeldt-Jakob. Das sind weniger als 1998, als 17 Tote registriert wurden. "Es ist eine gute Nachricht, dass es bisher nicht so viele Fälle gegeben hat", sagte Donnelly. Wenn die Zahl auch in diesem Jahr nicht steigt, werden den Berechnungen zufolge schlimmstenfalls 14.000 Menschen an Creutzfeldt-Jakob sterben. Es können aber auch wesentlich weniger sein. Das Modell geht von der Voraussetzung aus, dass nur ein Teil der Bevölkerung für die Krankheit empfänglich ist.