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18.01.2000 Sicherheit von Viagra in der Diskussion: Bislang 53 schwere Fälle - davon 18 Todesfälle - gemeldetKöln/Berlin/München (dpa) - Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft hat beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Risiko-Bewertung für die Potenzpille Viagra beantragt. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll sich die Aufsichtsbehörde mit Todesfällen nach Einnahme des Mittels befassen.
Im Zusammenhang mit der Einnahme der Potenzpille Viagra hat die Arzneimittelkommission bislang insgesamt 53 Fälle mit zumeist schweren Gesundheitsstörungen registriert. Knapp eineinhalb Jahre nach Zulassung von Viagra lägen der Kommission darunter Meldungen über 18 gestorbene Konsumenten - meist infolge von Herzinfarkt - vor. Dies berichtete der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft in Köln, Professor Bruno Müller-Oerlinghausen, am Montag der dpa. Deshalb werde sich Ende des Monats das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin auf einer Sitzung mit dem Thema Viagra befassen. "Das wird ein spannendes Gespräch", so der Mediziner.
Den Vorsitzenden des Ärztekammer-Gremiums, Bruno Müller-Oerlinghausen, zitiert das Magazin "Focus" mit den Worten: "Es wurden schon Medikamente bei Bekanntwerden von weniger schweren Nebenwirkungen und einer geringeren Zahl an Todesfällen vom Markt genommen". Am Ende des Prüfverfahrens, zu dem das Institut noch nicht Stellung genommen habe, könnte deshalb sogar ein Verbot der in Deutschland schon mehr als 500.000 Mal verschriebenen Erektions-Pille stehen, schreibt "Focus" weiter.
Nach Angaben von Müller-Oerlinghausen ist Viagra "zweifelsohne" ein wertvolles Medikament. Doch müsse die ärztliche Verordnung so sicher wie möglich sein. Der Kommissionsvorsitzende bemängelte, dass derjenige, der das wirklich wolle, sich Viagra auch ohne ärztliche Verschreibung besorgen könne, beispielsweise über das Internet. Das beinhalte große Gefahren. Die meisten der registrierten Fälle seien nicht direkt von Ärzten an die Kommission gemeldet worden, sondern vom Hersteller. "Wir verstehen nicht, warum die Ärzte das nicht direkt an uns gemeldet haben", sagte Müller-Oerlinghausen.
Viagra-Hersteller Pfizer hatte am Samstag Forderungen nach einem Viagra-Verbot als unbegründet bezeichnet. Die positive Bewertung der Sicherheit von Viagra durch die Behörden habe sich seit der Markteinführung nicht geändert, erklärte die Pfizer GmbH in Karlsruhe. |