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10.01.2000 Studie: Deutsche Krankenhäuser sind Internet-WüsteMünster/Gütersloh (dpa) - In deutschen Krankenhäusern werden die Möglichkeiten des Internets einer neuen Studie zufolge bisher noch zu wenig ausgeschöpft. Das Münsteraner Centrum für Krankenhausmanagement (CKM) fand in einer am Montag vorgestellten Studie heraus, dass Einsparungen etwa bei Einkäufen über das weltweite Netz im Gegensatz zu Großbritannien oder den USA praktisch nicht genutzt würden. Das Internet werde fast ausschließlich für Recherchen und Marketingauftritte eingesetzt, heißt es in der Studie.
Das CKM wird gemeinsam von der Bertelsmann-Stiftung (Gütersloh) und der Universität Münster getragen. Die Wissenschaftler befragten bundesweit 134 Ärzte, Manager und Pfleger in 74 Krankenhäusern.
"Mehr als ein Drittel der befragten Krankenhäuser misst dem Internet zwar eine hohe strategische Bedeutung zu, hat aber keinerlei Vorstellung, wie es aktiv eingesetzt werden kann", sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Wilfried von Eiff. Obwohl alle Befragten über einen Internet-Zugang verfügten, wickele kein einziges Krankenhaus etwa seine Bankgeschäfte über das Netz ab. Nur wenige würden zudem Medikamente auf dem Kosten sparenden elektronischen Weg bestellen. Die Bereitschaft zum Einsatz der Computer gestützten Verfahren sei allerdings in privaten Kliniken allgemein höher ausgeprägt als bei öffentlichen, sagte Ralf Ziegenbein vom CKM.
Von Eiff hält die neue Technologie auch bei der Betreuung von Patienten für fortschrittlich. Beispielsweise könnten Behandlungstermine elektronisch vergeben werden oder Kontakte zwischen Patient und Arzt über so genannte Chat-Rooms hergestellt werden. Autorisierte Angehörige könnten sich zukünftig über das Ergebnis von Operationen ihrer Verwandten und über deren Gesundheitszustand im weltweiten Netz informieren. |