Der große Zauber

Der Werner einst zum Vollmond sang Den Schwur, zu mehren seinen Rang: "Was soll ich tun im nächsten Jahr, Dass mich verehrt man immerdar?"
Der Mond des Menschlein Flehen hörte, "Gemach, ich helf' dir als Gefährte", Er sprach zum Werner und alsbald Sie übten sich in Schaurigkeit.
Der Norbert von der Schnauzerrunde, Bald ward der Dritte er im Bunde. Die Posaun' vom jüngsten Gericht Bläst besser er als Antichrist.
So schwangen sie der Ängste Keule Bis dann der Mond rief im Geheule: "Nun singt so laut wie niemand kann, Dann folgen sie euch himmelan".
Als Wernchen so das Netz gespannt, Die Lemmings kamen bald gerannt. Sie riefen "Lasst uns nicht allein"; Und Norbert sackte alle ein.
So quoll des kleinen Werners Jacke, Und jeder kriegt' was auf die Backe, Wer seiner neuen Majestät Ein winzig Widerwort erzählt.
So fein das Netz auch ward gesponnen, Am Morgen freilich kam die Sonnen: Die prächtigen Gespensterfratzen Im Licht wie Seifenblasen platzen.
Der Sonne Strahl den Trug entlarvt, Die Lemmings zwinkern unbedarft, Das Netz halbleer, die Ängste fliehen, Des Löwen Fell vor's Bett sie ziehen.
Ein Jahr vergeht, ein Jahr beginnt, Der Mond auf Unterhaltung sinnt. Des Werners Hufe ständig scharren, Ein Narrenspiel nach Köln sie karren.
Als vorgeführt sein Medi-Spiel Ganz übel auf die Nas' er fiel. Die Machtgier verprellte die Leute, Auch gefiel nicht des Werners Meute.
So trollte sein Tross sich mit Heulen, Die Schnauzer sich leckten die Beulen, Doch Werner trotzig weiter focht, Auf dass die Welt ihn endlich mocht'.
So strebt er weiter, der kleine Werner, Höher, schneller und auch immer ferner. Doch ohne zu entsagen dem Bösen, Wird vom Hass er nicht sein zu erlösen.
Besser sollt' er geh'n meditieren, Dann braucht' er nicht mehr zu frieren, Der kleine Bub, dem die Liebe fehlte, Auf dass sein Herz er find', das beseelte.
S P L I T T E R D E R W E I S H E I T
Wer Furcht verbreitet, ist selbst nicht ohne Furcht. Epikur (Epikur von Samos)
Wenn man keine Autorität hat, braucht man Macht. Ernst Bloch (1885-1977)
Das Geheimnis jeder Macht besteht darin, zu wissen, daß andere noch feiger sind als wir. Ludwig Börne (1786-1837)
Demagogen sind Leute, die in den Wind sprechen, den sie selbst gemacht haben. Helmut Qualtinger (1928-1986)
| Nur das Gebrüll wird bleiben Gut gebrüllt Löwe! Oder jaulte da nur ein Schnauzer...? Gewiss, Baumgärtner ist von der Vertreterversammlung der KÄV Nord-Württemberg 1997 demokratisch gewählt worden. Er wurde jedoch gewählt zu einer Zeit, in der die Ärzteschaft den Honorarverfall deutlich zu spüren begann und nach einem "Löwen" suchte, der ihre Interessen gegenüber Krankenkassen und Öffentlichkeit glaubwürdig und erfolgreich vertreten kann. So beschämend wie die Abwahl des feinsinnigeren KÄV-Vorsitzenden Mohr war, so ernüchternd ist Baumgärtners Bilanz nach nur zwei Jahren Amtszeit. Die Glaubwürdigkeit ist inzwischen weitgehend wohl "im Eimer" und an überdauerndem "Erfolg" wird vielleicht nur das Gebrüll bleiben. Von dem reichlich zerschlagenen Porzellan gar nicht zu sprechen. MEDI-Report 12.07.1999
Ärztestreit spitzt sich zu: Baumgärtner greift Schorre an Er will nicht darüber diskutieren, ob er die Nachfolge des Bundesvorsitzenden Winfried Schorre antreten möchte, sagt Werner Baumgärtner. ... "Wenn ich gefragt werde, kandidiere ich für den Bundesvorsitz und wenn ich gewählt werde, werde ich das Amt annehmen." Stuttgarter Zeitung 08.09.1999
Baumgärtners Erklärung zum Vorsitz der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KÄBV)... Der "wild entschlossene" Baumgärtner verfügt weder über die Weitsicht und die Weisheit noch über das Augenmaß, um den Interessen der Ärzteschaft im Dialog mit der Politik und Gesellschaft in schwieriger Zeit zu dienen. Baumgärtner hat einen guten Grund, sich selbst zu empfehlen: Es gibt viele gute Gründe, einen Baumgärtner nicht (mehr) zu wählen. Einer davon ist die Vernunft. MEDI-Report 08.09.1999
Baumgärtner strebt Ärzte-Chefposten an Der Vorsitzende der [KÄV NW], Werner Baumgärtner, will Chef der Kassenärzte Deutschlands werden. Das bestätigte Baumgärtner am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. Stuttgarter Nachrichten 22.12.1999
Die KBV nach Winfried Schorre Natürlich scharrt der Volkstribun Baumgärtner aus Nordwürttemberg mit den Hufen. Im letzten Sommer hat er schon einmal Anlauf auf Köln genommen und ist noch vor dem Sprung als Bettvorleger gelandet. Ärzte Zeitung 20.12.1999.
Was Sie dazu verleitet, mir zu unterstellen, ich hätte im letzten Sommer schon einmal Anlauf auf Köln genommen, ist mir schleierhaft ... Dr. Werner Baumgärtner an die Ärzte Zeitung 10.01.2000.
Ein Macher drängt an die Ärzte-Spitze Das versuchte er schon einmal, 1997. Damals strebte Baumgärtner an, Bundesvize zu werden, scheiterte aber nach einer aggressiven Rede... Stuttgarter Nachrichten 15.01.2000
Kassenärzte haben gewählt Der Berliner Urologe Dr. Manfred Richter-Reichhelm ist neuer Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KÄBV) und ... erhielt 79 von 109 abgegebenen Stimmen. MEDI-Report 15.01.2000
Hohe Erwartungen an den neuen Chef Ein Trauerspiel war es, was die Mitstreiter um ... Dr. Werner Baumgärtner geboten haben. ...keiner von ihnen brachte den Mut auf, einzelne Vorstandsmitglieder direkt anzusprechen. Ärzte Zeitung 17.01.2000
Viel Lärm um nichts ...der Gründer der "Vereinten Vereinigung", Dr. Werner Baumgärtner, [tourte] durch die Konferenzzimmer..., in denen Verbände und Gruppierungen ihre Beratungen für die Wahl am nächsten Morgen abhielten. ... Zuletzt landete er auch ... bei den Hausärzten. Seine Landung dort war allerdings nicht besonders sanft. Zwar hielt er eine kämpferische Rede, wies darauf hin, daß er seit 15 Jahren Mitglied des BDA sei und daß ihm alle anderen Gruppierungen, die er vorher besucht habe, ihre Unterstützung bei der Wahl als Schorres Nachfolger versichert hätten, und unterstrich, daß er sich auf jeden Fall zur Wahl stellen werde... Doch die Reaktion war eher ausweichend und verhalten... Die Palastrevolution fand nicht statt. Baumgärtner stellte sich nicht zur Wahl. Ärzte Zeitung 19.01.2000
 Dr. Manfred Richter Reichhelm mit großer Mehrheit gewählt Zu jämmerlich waren aber auch die Argumente und Reden, die die Umstürzler vortrugen. Es wurde nicht einmal erläutert, warum nach einem Personalwechsel die Arbeit des Vorstandes besser werden sollte. Statt dessen waren nur Parolen zu hören. Das geistige Niveau der "Erneuerer" gipfelte in Aussprüchen wie "Wir brauchen einen Rattenfänger!" (Dr. Joachim Kuhlo, Nordrhein) und "Was wir hören wollen, ist eine Philosophie des Nein-Sagens!" (Dr. Metke). MEDICAL TRIBUNE 21.01.2000
Baumgärtner ... schielt weiter nach Bundesvorsitz Die Revolte ist misslungen, doch Werner Baumgärtner gibt sich nicht geschlagen. Der Chef der nord-württembergischen Kassenärzte bleibt zuversichtlich und will trotz seines Rückziehers bei der Wahl zum Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung den Blick auf diesen Posten nicht aus den Augen verlieren. Stuttgarter Nachrichten 20.01.2000 |